Meerestiere vor dem Aus

Der Appetit des Menschen nach Meerestieren kennt keine Grenzen. Die Weltmeere bieten dazu eine ebenso grenzenlose Artenvielfalt. Als scheinbar unerschöpfliche Gärten schenken sie der Menschheit leckere, duftende Gaumenfreuden, die pausenlos Pfannen, Teller und Mägen füllen. Egal, ob Weichtiere, Meeresfische oder Gliederfüßer: für jeden Geschmack und Geldbeutel sind die Kühlregale gefüllt. Aber seit Jahren schwinden die Bestände zahlreicher Meerestiere. Düstere Prognosen sorgen Umweltschützer, Fischerei und zunehmend auch Verbraucher.

Überfischung der Weltmeere stoppen

Die Bestände zahlreicher Fischarten sind dem Tode geweiht, wenn die Menschheit so weitermacht. Ein globales Umdenken ist nur möglich, wenn viele Kräfte im Boot sitzen und gemeinsam in eine Richtung rudern. Dabei tragen die Verbraucher die Kapitänsmütze, denn sie steuern den Konsum. Nur wenn sie auf den Verzehr von Meerestieren verzichten, deren Bestände bedroht sind, steht die Kompassnadel auf Arterhalt. Fischverarbeitende Unternehmen werden so wohl leichter davon überzeugt, auch ins Boot zu steigen. Was hätten sie davon, wenn Fänge und Gewinne immer mehr schrumpften? In einer auf Geld und Finanzen aufgebauten Weltstruktur schützt drohender Profitverlust Umwelt und Natur am besten. Das belegt die Einigung des Weltklimagipfels ganz deutlich.

Beifang und Fangquoten torpedieren nachhaltige Fischerei

Nur wenn Fischbestände sorgsam und nachhaltig gepflegt werden, bleibt die Speisekammer Meer auch zukünftig gefüllt. Heute jedoch werden die endlichen Vorräte  in unverantwortbarer Weise Tag für Tag verschwendet. Dazu führen in erster Linie fragwürdige Fangmethoden und Missachtungen vereinbarter Fangquoten. Fischfangflotten ziehen Grundschleppnetze hinter sich her, die unterschiedslos alle Meerestiere mit sich reissen, die darin hängen bleiben. Dabei kommt es nicht nur zu massiven Eingriffen und Schäden am Meeresboden, viele Meerestiere verletzen sich auch oder sterben. Bei dieser Fangmethode macht der sogenannte Beifang bis zu 80 Prozent der Beute aus. Als Beifang bezeichnet man alle Meerestiere, die wieder ins Meer geworfen werden, weil sie keinen kommerziellen Nutzen bringen oder nur als Tierfutter weiterverarbeitet werden. Im besten Fall landen also nur 200 von 1.000 gefischten Tieren in den Großmärkten. Die übrigen 800 werden respektlos behandelt und leiden.

Fischratgeber 2016 von Greenpeace

Um jedem Bürger selbst Kompass und Ruder in die Hand zu geben, hat Greenpeace seinen aktuellen Fischratgeber 2016 veröffentlicht. Unter Aktuelles zum Artenschutz finden Sie gleich mehr dazu und können ihn sich kostenlos ins Haus bringen lassen.

Bleiben Sie bitte weiterhin wachsam.

© Paul Bock

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