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Antworten zur Vogelgrippe

Auf Schritt und Tritt umgeben uns Vögel jeder Art: Amseln und Stare picken in Grünanlagen Körner auf. Enten und Reiher 
sammeln sich in Feuchtgebieten. Fasane und Perlhühner prominieren in schillerndem Federschmuck. Krähen und Raben 
schnattern auf den Bäumen und Strommasten um die Wette. Spechte und Kleiber picken Larven aus Baumstämmen. Bussarde 
und Falken kreisen auf der Suche nach Beute über Feldern und Wiesen. 

In Zeiten der Vogelgrippe beobachten wir Vögel wohl häufiger und genauer als vorher. Dann fragen wir uns vielleicht, 
ob dieser oder jener Wildvogel sich anders verhält als sonst. Machen uns Gedanken darüber, ob die Vogelgrippe auch
die eigene und die Gesundheit unserer Lieben bedroht. Stellen uns die bange Frage, wie wir eine Infektion überhaupt erkennen.
Storch mit Jungvogel © Paul Bock

Storch mit Nachwuchs im Nest – © Paul Bock

Wie zeigt sich die Infektion bei Wildvögeln?

Wer schon einmal an Grippe erkrankte, kennt die Symptome sehr gut: die Nase läuft, die Augen tränen, der Hals kratzt, Kopf und Nacken schmerzen. Oft kommen Appetitlosigkeit, Fieber und Husten dazu. Mattheit und Unlust lähmen Körper und Psyche. Die gleichen Beschwerden zeigen sich auch bei Tieren, wenn sie ein Vogelgrippevirus befällt: sie wirken geschwächt und teilnahmslos, fressen wenig oder gar nichts mehr. Ihr Federkleid wirkt ungepflegt und glänzt nicht mehr, weil sie sich kaum oder überhaupt nicht mehr putzen. Sie leiden unter Durchfall, Atembeschwerden und Fieber. Natürlich schwächt der Vogelgrippevirus Nutzvögel in gleicher Weise wie Wildvögel. Die genannten Erkrankungen bei Mensch und Tier werden zwar durch artfremde Viren ausgelöst, führen aber zu gleichen Symptomen. In beiden Fällen verwendet man daher den Begriff „Grippe“.

Während der Mensch allerdings nach einer üblichen Grippeerkrankung dank medizinischer Hilfe wieder gesundet, sterben an der Vogelgrippe mindestens 80 Prozent aller betroffenen Vögel. Ein Vogelgrippevirus kann allerdings auch Menschen infizieren, wenn sie hinreichende Schutzmaßnahmen missachten. Dazu weiter unten mehr. Die Ansteckung kann dann tödlich enden.

Ente im Freigehege ©Paul Bock

Ente im Freigehege ©Paul Bock

Wie stecken sich Nutzvögel mit Vogelgrippeviren an?

Hühner, Enten, Puten und andere Nutzvögel leben in Freigehegen und Stallungen. Da freilebende Wildvögel in Lebensräume der Nutzvögel ungehindert eindringen und sich dort auch manchmal unentdeckt aufhalten, kommen sie mit Futter, Streu und Wasser der Nutzvögel in Kontakt. Infizierte Wildvögel schleppen dann den Virus leicht über Speichel, Tränenflüssigkeit und Kot ein. So findet der Virus schnell neue Opfer. Der Ernst der Lage wird bei jedem Spaziergang klar, wenn Stare, Elstern, Wildenten, Reiher und Raubvögel völlig ungehindert beinahe überall starten und landen. Denn ihre Welt ist fast grenzenlos.

Wie infiziert sich der Mensch mit Vogelgrippeviren?

Reiher späht am Ufer © Paul Bock

Reiher späht am Ufer © Paul Bock

Sobald der Mensch lebende oder tote Vögel berührt, besteht grundsätzlich Ansteckungsgefahr. Dabei spielt es keine Rolle, ob er mit Nutz- oder Wildvögeln in Kontakt kommt. Einem erhöhten Risiko setzt sich der Mensch zum Beispiel beim Schlachten, Rupfen und Federn aus. Denn infizierte Tiere übertragen den Virus dabei via Blut und Kot. Auch der Verzehr von Nutzvögeln birgt ein hohes Ansteckungsrisiko, wenn das Fleisch nur unzureichend gegart wird. Eier sollten laut der Recherche des oekobeobachters nun mindestens zehn Minuten gekocht werden.

Das Krankheitsbild der Vogelgrippe beim Menschen entspricht dem einer üblichen Grippe. Daher bringt nur ein Besuch beim Arzt eine sichere Diagnose. Dazu führt die Praxis genaue Virentests im Rachenraum durch. Methoden zur Behandlung der Vogelgrippe beim Menschen gibt es noch keine. Die Entwicklung von Impfstoffen steckt ebenfalls noch in den Kinderschuhen, und Seren gegen die herkömmliche Grippe zeigen bei der Vogelgrippe keine Wirkung. Nach Aussage des Robert Koch Instituts besteht allerdings in Deutschland nur eine geringe Gefahr, dass der Virus auch Menschen befällt. Für Personen, die in engem Kontakt mit Vögeln arbeiten, ist allerdings Schutzkleidung Pflicht.

Wildvögel © Paul Vögel

Wildvögel © Paul Bock

Wie verhindert der Mensch eine Ansteckung?

Das Robert Koch Institut betont auf seiner Internetseite, dass lebende und tote Vögel nur mit „geeignetem Schutz“ berührt werden sollten. Ohne Mundschutz, Schutzhandschuhe, -kleidung und -brille setzen sich Arbeiter in Geflügelställen also fahrlässig einer Ansteckungsgefahr aus. Das Institut schreibt weiter, dass aber „kein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung“ bestehe.

Fachleute weisen darauf hin, im Umgang mit Geflügel vorsichtig zu sein. So sollten Nutzvögel vor dem Verzehr ganz durchgebraten werden, da Viren immer erst beim Erhitzen absterben. Zudem muss bei der Zubereitung Hygiene walten. Also Hände und verwendetes Küchenzubehör regelmäßig gründlich reinigen.

Wo kommt die Vogelgrippe vor?

Der Vogelgrippevirus breitet sich nachweislich von Ost nach West aus. Sein Ursprung liegt offenbar in Russland und Kasachstan. Inzwischen kommt er beinahe weltweit vor. Nur große Gebiete in Afrika und Teile von Amerika und Australien blieben bisher von ihm noch verschont. Dabei treibt ein Bündel von Ursachen seine Verbreitung voran: einerseits der Zug von Wildvögeln und der globale Tierhandel, andererseits der ungehinderte Kontakt zwischen Wild- und Nutzvögeln. Natürlich sind Seenflächen, Tierparks, Zoos sowie Sammel- und Rastplätze der Wildvögel für den Virus ein El Dorado, um immer mehr Tiere zu infizieren.

Reiher am Seeufer © Paul Bock

Reiher am Seeufer © Paul Bock

Welche Maßnahmen bremsen eine Ausbreitung des Virus aus?

Bei Seuchenausbruch gelten für Nutzgeflügelhalter sogenannte Verbringungs- und Betretungsverbote. Das heisst, Hühner, Enten und andere Nutzvögel müssen in den Ställen bleiben, und niemand darf unerlaubt die Haltungen betreten. Die Tiere eines verseuchten Anwesens werden getötet und ihre Kadaver vernichtet, sobald eine Infektion vorliegt. Denn im Rahmen der Massentierhaltung steigt mit der Zahl der Tiere natürlich die Ansteckungsgefahr rapide an.

Die vollständige räumliche Trennung der Lebensräume von Wild- und Nutzvögeln gelingt nur, indem Nutzvögel im Stall bleiben. Werden gleichzeitig freie Nahzonen ganz abgesperrt oder zur Tierbeobachtung ausgewiesen, verhindern die Behörden schon im Vorfeld ungewollten Kontakt der Tiere.

Wildenten baden © Paul Bock

Wildenten baden © Paul Bock

Ohne sogenannte Biosicherung verpuffen die erwähnten Maßnahmen allerdings. Denn die Biosicherung gewährleistet, dass sich keine gesunden Tiere an virenbelastetem Wasser, Streu und Futter anstecken. Auch die regelmäßige Reinigung oder der Austausch von Arbeitsgeräten gehören dazu.

Außerdem empfehlen die Behörden, bis auf Weiteres den Betrieb von Vogelschauen oder -ausstellungen einzustellen. Wer einen Hund oder eine freilaufende Katze hält, sollte in diesen Tagen noch genauer auf sie achten. Allerdings haben sich bisher nur Katzen mit dem Virus angesteckt.

Hinweis der Redaktion: Diese Informationen ersetzen keinen Besuch bei einem Humanmediziner oder Tierarzt.

Ergänzende Infos zum Thema finden Sie auf den folgenden Seiten:

Wikipedia zur Vogelgrippe H5N1 (aviäre Influenza)

Wikipedia zur Vogelgrippe H5N8

Wikipedia zur Vogelgrippe H7N9

Antworten des Robert Koch Instituts (RKI) auf häufig gestellte Fragen zur Vogelgrippe

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) zur aktuellen Risikoeinschätzung der Geflügelpest

Friedrich-Loeffler-Institut zur aviären Influenza

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zur Vogelgrippe

Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt zur bundesweiten Geflügelpestverordnung

blog.katzen-fieber.de zum Thema Vogelgrippe

© Paul Bock

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Über oekobeobachter

Als überzeugter Umweltschützer und Hobby-Journalist greife ich vielfältige Themen für Sie heraus. Dabei versuche ich, möglichst aktuell zu berichten und ein breites Spektrum abzudecken. Der Oekobeobachter möchte Sie über Natur, Umwelt und Ökologie informieren. Er möchte Sie auffordern, alle Sinne zu schärfen, um unseren herrlichen Planeten Erde in seiner Einzigartigkeit zu erhalten. Lassen Sie uns also gemeinsam anpacken. Wir tun es für uns.

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