Vorsicht vor Bisphenol S als Ersatzstoff

In der riesigen Flut von Plastikprodukten wird die Chemikalie Bisphenol A (BPA) eingesetzt. Da BPA nachweislich als
gesundheitsgefährdend gilt, steht die Plastikindustrie im Kreuzfeuer öffentlicher Kritik. Besonders aber auch die 
Hersteller von Getränke- und Konservendosen, die BPA für Innenbeschichtungen von Dosen einsetzen. 

BPA kommt so direkt in Kontakt mit Nahrungsmitteln, die die Verbraucher zu sich nehmen. Im menschlichen Körper 
fördert der Stoff ernsthafte Erkrankungen, die wichtige Organe beeinträchtigen: Herzbeschwerden, Zuckerkrankheit, 
Krebs - düstere Krankheitsbilder also, die nach aktuellen Untersuchungen ursächlich vermeidbar blieben. 

Das seit 2011 von der Europäischen Union (EU) vorgeschriebene Etikett "BPA-frei" für verschiedene Plastikartikel 
ändert daran bisher wenig. Denn die Hersteller dürfen nun den Ersatzstoff Bisphenol S (substitute, engl., Ersatz) 
verwenden. Neben Bisphenol A wird also bei der Plastikherstellung auch Bisphenol S eingesetzt. Die gesundheitlichen
Gefahren für die Verbraucher aber bleiben, da bisher nur wenig aussagekräftige Untersuchungen und Testergebnisse
vorliegen.
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Getränkeflasche aus Plastik copyright Paul Bock
Die chemische Gruppe der Bisphenole umfasst 17 bekannte Stoffe. 
Wie deren Anwendung sich aber im Alltag auf den menschlichen und tierischen Organismus auswirkt, bleibt bisher 
weitgehend im Dunkel. Obwohl Wissenschaftler die Gruppe ins Visier genommen haben, lassen aussagekräftige Ergebnisse 
für die Endverbraucher auf sich warten.
Auch die Frage, wieviel belastende Bisphenole die Konsumenten aufnehmen, bleibt von Forschern völlig unbeantwortet.
Denn der Körper nimmt die Stoffe bereits bei bloßer Berührung auf. Fahrkarten, Park- und Kassenzettel sind zum 
Beispiel damit behandelt. Immerhin hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit den aktuellen Wert für 
Bisphenol A herabgesetzt. Die maximal unbedenkliche Dosis beträgt nun am Tag vier Mikrogramm (0,004 Gramm) pro 
Kilogramm Körpergewicht.
Zitrusfrüchte mit Etikett copyright Paul Bock
Zitrusfrüchte mit Etikett copyright Paul Bock
Wie aber stellen Verbraucher fest, welche Dosis BPA sie zu sich genommen haben?
In dieser Hinsicht bereitet der EU-weite Handel den Verbrauchern zusätzlich Kopfzerbrechen beim Einkauf: 
in der Europäischen Union gibt es bisher keine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittelverpackungen. 
Nur Frankreich verbietet seit 2017 derartige Verpackungen.
Welche Alternativen bleiben verantwortungsbewussten Konsumenten?
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland zum Beispiel rät zum Plastikverzicht und gesunde Verpackungen
zu wählen, die aus keramischen Stoffen oder Glas bestehen. Auch Edelstahl ist sehr gut geeignet.

 

Weiterer Beitrag vom oekobeobachter zum Thema Bisphenol A

Bleiben Sie bitte weiterhin wachsam.

oekobeobachter

© Paul Bock

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