Klimaschutz und Gemeinwohl in Deutschland stärken

Die Erderwärmung macht der ganzen Welt zu schaffen. Mit zahlreichen regionalen, staatlichen und internationalen Maßnahmen versucht der Mensch, die fatalen Klimafolgen auszuhebeln. Denn das auf der letzten Klimakonferenz vereinbarte Ziel, die globale Temperaturerhöhung bei höchstens zwei Grad Celsius zu halten, hat oberste Priorität. Das Klimaszenario ist inzwischen wohl jedem aufgeklärten Weltbürger bekannt:

Gletscherschmelze

Arktische Gletscher schmelzen ab, weil es dort einerseits länger warm bleibt und andererseits die Temperaturen wiederholt Rekorde brechen. Küstenland rutscht durch klimabedingte Sturmfluten und Überschwemmungen ins Meer. Seine Bewohner verlieren dadurch Hab und Gut – oder gar ihr Leben.

Gletscherschmelze © Doerthe Huth / www.pixelio.de
Gletscherschmelze © Doerthe Huth / http://www.pixelio.de
Dürreregionen dehnen sich aus

Trockengebiete und Wüsten – wie zum Beispiel in Afrika und Asien – dehnen sich aus, und Dürreperioden werden länger. Oft fallen Ernteerträge aus, weil die Pflanzen unter sengender Hitze einfach verdorren oder auf den ausgemergelten, staubtrockenen Böden kein Anbau mehr möglich ist. Daher leiden Millionen Einheimische dauerhaft unter Hunger und Krankheiten. Täglich klopft der Tod dort an ihre ärmlichen Hütten. Um ihm zu entkommen, fliehen die abgemagerten Menschen mit letzter Kraft in vermeintlich lebensfreundlichere Regionen. Viele von ihnen erreichen diese Ziele nie.

Mehr Unwetter und Stürme toben noch gewaltiger

Klimabedingt toben heute mehr und heftigere Unwetter und Stürme weltweit über Länder und Meere. Zigtausende Menschen verlieren dabei ihr Leben. Sturmfluten, Überschwemmungen und Erdrutsche folgen. Flora- und Faunaarten wandern in Gebiete ab, die bessere Lebensbedingungen im Nahrungsangebot bieten. Denn Überleben und Fortpflanzung  müssen gewährleistet bleiben. Wo der Klimawechsel als Sieger vom Platz geht, sterben aber auch zurückgedrängte Arten aus, die sich nicht an veränderte Bedingungen anpassen können.

Sturmschäden im Wald - copyright by_holger-seeger_pixelio-de
Sturmschäden im Wald – copyright by_holger-seeger_pixelio-de
Stiller Klimawechsel vor der Haustür

An anderen Orten schleicht der Klimawandel still und leise heran. Zum Beispiel in Vorgärten oder Feuchtgebieten, wo sich Arten aus ferneren Zonen nun auch zu Hause fühlen. Manchmal verdrängen sie einheimische Arten, befruchten aber ebenso die ökologische Vielfalt. Sie bereichern also das gewohnte Artenspektrum. Hier wie dort: Folgenlos bleibt der Klimawachsel nirgendwo.

Fossile Energieträger verursachen den Klimawandel

Wie inzwischen jeder Haushalt weiß, führt die pausenlose weltweite Überproduktion an Kohlendioxid (CO2) zu klimatischen Kapriolen und Katastrophen. Denn bei jeder Verbrennung fossiler Energieträger entsteht natürlich Kohlendioxid. Also immer dann, wenn Holz-, Gas-, Kohle- oder Ölfeuerungen Wohnräume oder Wasser beheizen. Das beginnt beim Eigenheim und endet bei riesigen Industrieanlagen, die große Energiemengen benötigen. Kohlendioxid wird ebenso freigesetzt, wenn Autos fahren oder nur im Stau stehen, Züge rollen, Schiffe oder Flugzeuge sich fortbewegen. Die Landwirtschaft erhöht die Klimagasbilanz zusätzlich. Als klimaschädliches Gas schlägt hier Methan aus der Viehhaltung am meisten zu Buche.

Erdöl-Plattform im Bau © W. Broemme / www.pixelio.de
Erdöl-Plattform im Bau © W. Broemme / http://www.pixelio.de
Wie der Mensch dem Klimawandel straffe Zügel anlegt

Lösungen dazu liegen bereits auf Verhandlungstischen bereit und Weichen sind gestellt. Und obwohl Politiker und Wirtschaftsbosse lautstark in Gremien, Funk und Presse bekunden, die Zeit dränge, zeigen sich bisher nur erbärmliche Resultate. So berichtet das Umweltbundesamt in Berlin (UBA), dass Deutschland sein Klimaziel mit hoher Wahrscheinlichkeit verfehlt. Immerhin wollte Deutschland seinen Treibhausgasausstoß bis 2020 um 40 Prozent drosseln. Bisher sanken die CO2-Werte aber nur um 28 Prozent. Die Emissionswerte im industriellen und Verkehrsbereich sind sogar gestiegen.

Kohleausstieg und Klimaschutzplan 2050

Auch der Ausstieg aus der Kohle bleibt ein Eisen, das kaum jemand ernsthaft anpacken möchte. Wer das Thema verfolgt, weiß, dass hier auch hier wirtschaftliche Interessen dem Gemeinwohl vorgehen. Umweltschutz, saubere Luft und Klimaschutz rangieren daher weit hinten. Politische Entscheider und Wirtschaftsbosse pokern mal wieder für sich, und die Bürger dürfen als Verlierer nur zusehen. So bleibt der Ausstieg aus Kohleabbau und -verstromung erstmal ungewiss hinter schmutzigen Schwaden verborgen. Inwieweit der von der Bundesregierung beschlossene Klimaschutzplan 2050 trotzdem rechtzeitig über die Zielgerade kriecht, bleibt abzuwarten. Denn dazu muss rechtzeitig in vier wichtigen Bereichen umgesattelt werden: der Landwirtschaft, der Industrie, dem Verkehr und dem Energiesektor.

Ladestation für E-Mobile © Paul Bock
Ladestation für E-Mobile © Paul Bock
Ausgebremste Elektromobilität

Auch das Ziel, mehr klimafreundliche Elektroautos in Deutschland auf die Straße zu bringen, ist bisher nur ein schöner Wunschtraum geblieben. Obwohl der Staat den Bürger mit einer Prämie von € 4.000 für die Anschaffung eines E-Autos lockt, liegen die Zulassungszahlen weit hinter den Erwartungen zurück. Denn nach wie vor schrecken wohl die meisten Autohalter vor drei wichtigen Nachteilen zurück: hohe Anschaffungskosten, geringe Reichweiten und mangelhafter Ausbau an Ladestationen. Wer auf Deutschlands Straßen fährt, möchte offenbar auch in Zukunft auf keine liebgewonnene Bequemlichkeit verzichten. Die Zahlen der Klimabilanz 2016 des Umweltbundesamts bestätigen diese Annahme: die Emissionen durch den Verkehr sind um 3,4 % gestiegen.

Was Staat und private Haushalte nicht schaffen, gelingt allerdings dem einen oder anderen Unternehmen. So rüsten Paketdienste wie Hermes oder die Deutsche Post derzeit auf E-Transporter um. Die Deutsche Post baut sogar eigene Elektro-Lieferwagen (Streetscooter GmbH).

TV-Doku des mdr Thüringen „Die Deutsche Post DHL fährt jetzt mit Elektroautos“

Gemeinwohl sichert Zukunft

Um klimaschädliches CO2 zu begrenzen, genügt nicht nur die Initiative überzeugter Privathaushalte, Umweltschützer und Aktivisten. Wirtschaft, Industrie und politische Entscheider sollten auch endlich aus dem eigenen Schatten treten, der die Lebensqualität zigtausender Bürger bisher verdunkelt. Solange aber im verkorksten witschaftlichen System Profitdenken, Überproduktion und sinnlose Müllberge Mensch und Klima belasten, hängt unsere Zukunft am seidenen Faden. Es ist hohe Zeit, das Gemeinwohl zum Wertmaßstab Nr. 1 verbindlich auszurufen.

Kurzes Video zur Gemeinwohlökonomie

Anpassungsstrategien deutscher Großstädte

Städte treiben den Klimawechsel natürlich besonders voran. Denn Verkehr, industrielle Anlagen und Heizungen stoßen beständig CO2 aus, das manchmal tagelang mit weiteren Luftschadstoffen über den Metropolen schwebt. Das ist meist bei windlosen Inversionswetterlagen der Fall, wenn obere Luftschichten deutlich wärmer sind als untere und kein natürlicher Luftaustausch stattfindet.

Skyline Frankfurt/Main © Paul Bock
Skyline Frankfurt/Main © Paul Bock

Klimabedingte Stürme, Unwetter und Überschwemmungen richten in Ballungszentren häufig Millionenschäden an. Und unzählige Menschen leben dort in großer Gefahr, dabei verletzt zu werden oder den Tod zu finden. Daher entwickeln aktuell schon 50 Prozent aller deutschen Großstädte eigene Anpassungsstrategien gegen den Klimawandel. Je nach Infrastruktur und finanziellen Mitteln versucht jede Metropole wirksame Mittel zu ergreifen. Ihre Initiativen reichen von Stadtbegrünungen bis zum Hochwasserschutz. So hat zum Beispiel der Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt München ein genaues Maßnahmenpaket zum Klimaschutz verabschiedet. Auch die badenwürttembergische Landeshauptstadt Stuttgart geht in Klimawandelanpassungskonzept Stuttgart (KLIMAKS) ihren Weg.

Globales Netzwerk C40 für den Klimaschutz

Was ein einzelner Staat für den Klimaschutz erfolgreich bewegt, setzt ein globales Netzwerk noch viel wirksamer um. So haben sich Weltstädte im Metropolenverbund C40 mit dem Ziel zusammengeschlossen, dem Klimawechsel Paroli zu bieten. Der Städteverbund besteht bereits seit 2005. Die Mitgliedsstädte tauschen regelmäßig Erfahrungen aus und befruchten sich dadurch gegenseitig. Ein Projekt mit Zukunft. Zum Netzwerk zählen derzeit insgesamt 90 Weltstädte, zum Beispiel Athen, Mexiko-Stadt und Madrid.

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:

ein Bremsklotz der Energiewende: Greenpeace zum Leag-Konzern in der Lausitz

Braunkohleabbau in der Lausitz 

So passen sich deutsche Großstädte an den Klimawandel an

Über C40

Interaktive Landkarte von C40 zeigt Ihnen die aktuellen Mitgliedsstädte der Welt

das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit beleuchtet aktuell alle Aspekte zum Klimawechsel 

GREENPEACE informiert zu Ursachen und Folgen des Klimawandels

Doku-Video zum Klimawandel: „unbekannte neue Phänomene“

Germanwatch zum globalen Klimawandel (pdf-Broschüre, 80 Seiten, hier zum Herunterladen)

der oekobeobachter berichtet zum Thema Klimawechsel

 

© Paul Bock

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.