UN-Klimakonferenz 2017: Hoffnung oder Enttäuschung?

Vor der Eröffnung der UN-Klimakonferenz 2017 hat die Redaktion für Sie wieder in die Themenkiste gegriffen. Klimawandel und -schutz entwickeln sich so vielschichtig wie das Leben selbst: unberechenbar, launisch und ziellos. Täglich überaschen uns neue Schlagzeilen. Daher hat der oekobeobachter versucht, Ihnen dazu ein Paket wichtiger Meldungen zu schnüren.

 

Inzwischen weiß die Weltgemeinschaft zur Genüge, daß das Klima sehr sensibel reagiert. Steigt zum Beispiel ein Staat aus dem Klimavertrag aus, verschärft sich die Gesamtbilanz. Erreicht dagegen ein anderes Land seine Klimamarke früher, wirkt sich das global gesehen positiv aus. Keine CO2-Emission und -einsparung bleibt folgenlos.

 

Bilanz_ziehen by_Marko Greitschus_pixelio.de
Bilanz_ziehen by_Marko Greitschus_pixelio.de

 

Klimaziele endlich vom Reissbrett ins reale Leben beamen

 

Aber die Räder des Weltklimas laufen nur rund und reibungslos, wenn alle Beteiligten ihr Bestes geben und sich bemühen. Daran jedoch kommen inzwischen ernsthafte Zweifel auf, nicht nur im Hinblick auf verfehlte deutsche Klimaziele. Daher bleibt abzuwarten, wie die Gespräche bei COP23 („23. Conference of the Parties“) verlaufen. Die in Paris gefassten freiwilligen Vereinbarungen der Mitgliedsstaaten müssen nun endlich handfeste Ergebnisse liefern, die allen gerecht werden.

 

Uhr zeigt kurz vor zwölf / by_Kurt Michel_pixelio.de
Uhr zeigt kurz vor zwölf / by_Kurt Michel_pixelio.de

 

Verantwortungsloses Warten bringt weltweit noch mehr Leid

 

Wie bekannt findet die UN-Konferenz vom 6. bis 17. Novemer 2017 in Bonn statt. 197 Staaten nehmen daran teil, ungefähr 25.000 Gäste werden  erwartet. Den Vorsitz führt die Republik Fidschi, ein Inselstaat im südlichen Pazifik. Die UN-Botschafterin der Republik Fidschi, Nazhat Shameem Khan, führt die Verhandlungen. Die Klimaerwärmung hob auf den Fidschis den Meeresspiegel seit 1993 schon um rund 15 Zentimeter an. Daher zogen bereits zahlreiche Dörfer ins Landesinnere um. Weitere 80 Orte erwarten das gleiche traurige Schicksal. Viele Böden versalzen und verlieren ihren landwirtschaftlichen Nutzen. Auch anderen Inseln in Ozeanien, wie zum Beispiel Vanuatu und Tonga, droht im wahrsten Sinne des Wortes der Untergang.

 

Tonga (Insel in Ozeanien) by_M. Hermsdorf_pixelio.de
Tonga (Insel in Ozeanien) by_M. Hermsdorf_pixelio.de

 

Industrie- und Schwellenländer rauben Insulanern ihre Zukunft

 

Hauptthema in den COP23 bleibt die Verteilung von Geldern. Denn längst besteht kein Zweifel mehr: Staaten wie China, USA, Indien oder Deutschland emittieren die höchsten CO2- und Stickoxidlasten. Damit treiben sie arme Staaten in die Klimaflucht. Die Einen stehen bis zum Hals im Wasser, die Anderen verlieren lebenswichtige Ernten, weil Böden und Ernten verdorren oder Felder überschwemmen. Nun müssen reiche Industriestaaten als Verursacher endlich ihre Verantwortung in die Tat umsetzen und ihre Scheckbücher zücken. Bereits 2015 lag eine Zahlungszusage als Ausgleich für Klimaopfer auf dem Tisch: jährlich 100 Milliarden Dollar. COP23 soll nun verbindlich regeln, wer welchen Betrag an welche Staaten entrichtet. Kein leichtes Unterfangen.

 

Gelder verteilen / by_RainerSturm_pixelio.de
Gelder verteilen / by_RainerSturm_pixelio.de

 

Doch erst 2018 beim nächsten Klimagipfel im polnischen Kattowitz wird das sogenannte „Regelwerk“ richtig genietet und geschweisst. Es muss allerdings weiterhin entwicklungs- und anpassungsfähig bleiben, um den Klimawandel so weit als möglich abzubremsen. COP24 findet wahrscheinlich vom 3. bis 14. Dezember 2018 statt. Vor diesem Hintergrund ist Eines sicher: zwischen COP23 und COP24 macht die Klimaerwärmung keine Pause. –

 

Hier nun eine Auslese informativer Links zum Thema:

 

„Klimagipfel COP23 tagt ab Montag in Bonn“ (BR, ein empfehlenswerter Beitrag mit vertiefenden Infos)

 

Liste der weltweit größten CO2-Emittenten 2016 (wikipedia)

 

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit informiert zu COP23

 

Bundesumweltministerin Hendricks: Deutschland verfehlt Klimaziel (klimaretter.info)

 

Australien 2016: Erneuerbare Energien im Schatten von Kohle und Gas (greenpeace magazin)

 

Klimaflucht: Bietet Neuseeland Asyl? (GLOBAL CITIZEN)

 

Great Barrier Reef (GBR): Kosten-Nutzen-Rechnungen bewerten GBR als „australische Marke“ (detailierter Bericht von Michael Lenz aus spektrum.de) Empehlung der Redaktion!

 

Salomonen: „Fünf Pazifikinseln sind verschwunden“ (Süddeutsche Zeitung)

 

„Nicaragua unterzeichnet Pariser Klimapakt“ (SPIEGEL ONLINE)

 

Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zum Klimaschutz in Deutschland (spektrum.de, auch ein empfehlenswerter Beitrag)

 

„Eine kurze Geschichte des CO2 der Erde“ (BBC News, Wissenschaft & Umwelt)

 

Klimawandel belastet unsere Gesundheit (ZEIT ONLINE)

 

„Klimawandel in Alaska“ (Deutschlandfunk, ein Bericht von Thilo Kößler zum Lesen und Hören)

 

Klimawandel tobt: Fossile Energien als Bumerang (oekobeobachter)

 

Ozeane sichern als Kohlenstoffspeicher das Klima (oekobeobachter)

 

Die Redaktion wünscht Ihnen nun reichhaltige Erkenntnisse. Denn der Klimawandel bleibt die größte Herausforderung der Menschheit.

 

Ihre Kommentare sind wie immer willkommen.

 

Ihr oekobeobachter

 

© Paul Bock

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