Plastik im Fokus der EU

Heute liegt wieder ein aktuelles Thema für Sie bereit. Es geht um den Dauerläufer „Plastik“, der nun bereits das Europäische Parlament erreicht hat. Ein hoffnungsvolles Zeichen, wie ich meine. Werden dort doch deutliche Signale für ganz Europa gesetzt, die Mensch, Tier und Umwelt entlasten können.

EU stärkt Umweltschutz

Die Gesetze des Parlamentarismus gelten natürlich in ganz besonderer Weise auch für das Europäische Parlament. Es tagt in Brüssel, Straßburg und Luxemburg. Als Gesetzgebungsorgan erlässt es weitreichende Entscheidungen, die dann für alle Mitgliedsstaaten gelten. Damit verfügt es über machtvolle Hebel und Werkzeuge, um Umwelt und Natur freier atmen zu lassen.

lange Wege führen zum Ziel copyright Paul Bock
lange Wege führen zum Ziel copyright Paul Bock

Weite Wege bis zur Umsetzung neuer Beschlüsse

Leider bremst ein mächtiger Verwaltungsapparat die Spontaneität der EU-Kommission gehörig aus. Beinahe undurchdringliche Vorschriften und Regeln hemmen den Fluss dort, wo er heute besonders nötig wäre, nämlich im Umweltschutz. Hinzu kommt, dass vorgeschlagene Richtlinien von allen Euroländern in ihr nationales Recht umgesetzt werden müssen. Die logische Folge: bis zur europaweiten Realisierung neuer Beschlüsse vergehen Monate oder Jahre. Wir kennen dieses Vorgehen bereits. Denn bei der Einhaltung der europaweit geltenden Luftgrenzwerte wird das gleiche Verfahren angewandt.

EU-Vorschlag: weniger Plastik in Europa

Die EU-Pläne, das Plastikaufkommen in der Europäischen Union deutlich zu reduzieren, lassen sich also nicht von heute auf morgen realisieren. In Trippelschritten dem Ziel entgegen. Bloß keine Eile, wenn es um das Wohl von Natur und Umwelt geht. Auf dem Weg liegt noch die Europawahl im nächsten Jahr. Sie findet im Mai 2019 statt. Danach wird die EU-Kommission die Sache wieder aufnehmen. Aufmerksame Bürger denken jetzt wohl an gleichartige politische Versäumnisse und Verzögerungen: schlechte Atemluft durch Verkehr, Industrie und private Haushalte. Sie mögen Recht haben. Offenbar sitzen europäische/deutsche Politiker unliebsame Probleme länger aus.

Sack mit Plastikmüll © Paul Bock
Plastikmüllsack © Paul Bock

Wegwerfartikel aus Plastik müssen weichen

Ein großer Teil des Plastikmülls setzt sich aus Artikeln zusammen, die nur einmal Verwendung finden. Also zum Beispiel Geschirr oder Besteck aus Plastikmaterial, aber auch Trinkhalme und Wattestäbchen oder Rührstäbchen, die wir in Schnellrestaurants zu Getränken erhalten. Diese Artikel haben nur geringe spezifische Gewichte und schwimmen daher lange auf der Meeresoberfläche. Sie verseuchen Strände und marine Lebensräume, gefährden Fische und unzählige Meerestiere nachhaltig. Daher möchte die EU diese Artikel in ihre Richtlinie aufnehmen, so dass SB-Märkte sie in geringerer Zahl anbieten. Gleichzeitig sollen Hersteller in die Entwicklung alternativer Verpackungen investieren.

Einkaufsregale im Supermarkt © Rosel Eckstein / www.pixelio.de
Einkaufsregale im Supermarkt © Rosel Eckstein / http://www.pixelio.de

Recycling-Quote verbessern

Die Europäische Union produziert jedes Jahr mehr als 25 Millionen Tonnen Plastikmüll. Davon wird heute kaum ein Drittel wiederverwertet. Mit der geplanten Richtlinie soll sich die Situation deutlich verbessern. Hinzu kommt ein weiteres Ziel: die getrennte Sammlung von Einwegplastikflaschen soll EU-weit bis zum Jahr 2025 zumindest 90% betragen.

Zum Thema weitere Infos für Sie:

„Die EU sagt dem Plastikmüll den Kampf an“, Handelsblatt

„Ein radikaler Anfang“, tagesschau.de, mit weiteren Links, auch mit Interview der  Bundesumweltministerin Svenja Schulze zum Thema

„EU plant Verbote – Grüne wollen umfassende Strategie“, Berliner Zeitung

Videobeiträge zum Thema Plastikmüll, oekobeobachter

Noch mehr dazu lesen Sie hier im oekobeobachter unter „Verpackungsmüll – Plastikmüll“ oder in der Kategorie „Plastikmüll“. Ich wünsche Ihnen reichhaltige Erkenntnisse beim Stöbern!

Bleiben Sie bitte weiterhin gesund und wachsam.

Ihr oekobeobachter

© Paul Bock

 

2 Kommentare zu „Plastik im Fokus der EU

    1. Guten Abend Dario,
      herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Du hast vollkommen Recht. Leider scheinen europäischen und deutschen Politikern andere Themen wichtiger zu sein als der Schutz unserer Erde. Obwohl im Parlament auch junge Politiker sitzen. Vielleicht geht es nach der nächsten Europawahl im Mai 2019 besser voran. Bürokratie sitzt Entscheidungen gerne aus. Das wissen wir beide.

      Es freut mich, dass Du mir nun auch im „schreibstueberl“ folgst. Herzlichen Dank für Dein Interesse! Dort werde ich im Schwerpunkt zeitkritische Beiträge veröffentlichen. Denn der oekobeobachter bleibt eine Seite als Umwelt-Info-Portal.

      Dir noch einen ruhigen Abend vom Paul

      Gefällt 2 Personen

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