Glyphosat – tödliche Chemie-Keule gegen Unkräuter

Glyphosat als Unkrautvernichter

Glyphosat wirkt als Unkautvernichtungsmittel mit weitreichenden Folgen. Seit Jahren diskutieren Biologen, Mediziner, Landwirte und Politiker kontrovers über das Totalherbizid. Als chemische Keule gegen Unkraut steht es im Vergleich zu anderen weltweit ganz oben. Seit Jahren kritisieren Umweltschützer, Bio- und Ökologen vehement seine Anwendung. Daher stehen sowohl der ehemalige Weltmarktführer Monsanto als auch der aktuelle Hauptproduzent, die deutsche Bayer AG, im Dauerfeuer umweltbewusster Beobachter und Verbraucher. Monsanto fungiert heute als Tochterunternehmen der Bayer AG.

Rapsfelder_R_K_by_Andreas Hermsdorf_pixelio.de
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Seit 1974 produzieren und verkaufen zahlreiche Unternehmen das Pflanzengift auf dem Weltmarkt. Zum Beispiel stellen Unternehmen wie Syngenta Deutschland und Dow AgroSciences Deutschland ebenfalls Herbizide mit Glyphosatanteilen her. „Touchdown“ und „Durango“ mögen dabei die bekanntesten Marken sein. Als bedeutendes Produktionsland für Pflanzengifte hat sich China entwickelt. So arbeitet zum Beispiel Syngenta Deutschland als Tochterfirma des chinesischen Staatsunternehmens ChemChina.

Rezepturen und Wirkstoffkombinationen der Einzelpräparate bleiben bis heute allerdings unter dem Deckmantel völliger Verschwiegenheit. Das wohl aus zwei Gründen: zum einen sichert dieses Vorgehen ihre wirtschaftliche Grundlage und damit Existenz, zum anderen werden so unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen blockiert, die das wahre Gefahrenpotential der Stoffgemische aufdeckt. Wie aktuelle Studien zeigen, werfen glyphosathaltige Pflanzengifte gespenstische Schatten auf menschliches Wohlergehen und in beinahe alle Naturbereiche.

Wenn Lug und Trug Wahrheiten verschleiern

Im Gegensatz dazu erscheinen Flyer, Produktkataloge und Broschüren der Hersteller wie Abbilder einer heilen Wunschwelt. Denn sie versprechen in falschen Werbebotschaften genau das: „Bessere Ernten, gesunde Familien“ (Bayer AG), ködern aber Landwirte auch damit, „den Bedürfnissen der wachsenden Weltbevölkerung gerecht zu werden“ (Dow AgroSciences).

Paragrafenzeichen_R_K_by_Thorben Wengert_pixelio.de
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In Wahrheit vergiften ihre Pflanzenschutzmittel Bürger und Verbraucher dauerhaft. Natürlich wissen Bayer & Co. um die gesellschaftlichen Vorbehalte ihrer Gifte. Daher gaukeln sie Kritikern in aufwendig gestalteten Informationen (z.B. Bayer AG) vor, natürliche Vielfalt (Biodiversität) und landwirtschaftlichen Nutzen harmonisch unter einen Hut zu bringen. Doch der Hochglanzschein täuscht, wie aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen.

Vielleicht erinnern Sie sich nun an den seit Jahren schwelenden Betrugsskandal der Autobauer. Bei genauer Betrachtung wenden Agroriesen die gleiche Geschäftspolitik und -taktik an, um Umsätze und Auftragszahlen zu steigern: sie greifen in ihre Zauberkästen, um uns mit Lug und Trug zu täuschen. Und wie die Autohersteller auf Kosten unserer Gesundheit. Wenn Sie dann aber körperliche Erkrankungen durch Herbizide erleiden und gegen den Hersteller Klage erheben, müssen Sie natürlich klipp und klar nachweisen, dass nur das Pflanzengift die Verantwortung dafür trägt (Kausalität).

„Roundup“, ein hochwirksames Pflanzengift des Unternehmens Monsanto, wird auch in den USA sehr oft eingesetzt. Dort haben sich inzwischen bereits mehrere Hundert Landwirte und Bürger zusammengefunden und gegen Monsanto den Klageweg ergriffen. Offenbar können sie belegen, dass das Herbizid bei ihnen „eine Form von Lymphdrüsenkrebs“ auslöst.

Arztpraxis_R_B_by_Thommy Weiss_pixelio.de
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Glyphosat-resistentes Saatgut schließt Teufelskreis

Darüberhinaus züchten Agrargiganten wie die Bayer AG auch Saatgüter für Kulturpflanzen, die gentechnisch manipuliert nicht auf Glyphosat reagieren. Also zum Beispiel Saatgut für Raps-, Mais- oder Sojapflanzen. Damit wirken sie resistent gegen das Mittel und sterben nicht ab, wenn sie mit dem Pflanzengift in Kontakt kommen. So sichert das Herbizid zwar Ernteerträge, unterbindet aber das Wachstum anderer Pflanzenarten, die als „Unkräuter“ gelten und die Erntequalität mindern. Eine Methode, die auf Feldern aller Art millionenfach zum Einsatz kommt. Agrarmultis sichern sich also auf geschickte Weise gleich mehrfache Einnahmen: einmal mit dem Verkauf von glyphosathaltigen Spritzmitteln und zudem noch durch passgenaue Saatgutprodukte.

Die Global Analysts Inc. berechnete für 2017 den weltweiten Verbrauch an Glyphosat mit mehr als 1,35 Millionen Tonnen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, auch für Deutschland. Im genannten Zeitraum wurden dort jährlich auf mehr als 87% der Rapsflächen und auf ca. 66% der Felder, auf denen Wintergerste stand, Glyphosat eingesetzt.

Aufwärtstrend_R_by fotoART_by_Thommy_Weiss-pixelio.de
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Vor diesem Hintergrund öffnet sich ein fataler Teufelskreis, denn schon nach endlicher Anwendungszeit gewöhnen sich „Unkräuter“ an das Pflanzengift oder an Giftcocktails mit Glyphosatzusatz. Dann müssen die Agrohersteller nicht nur neue Sprühmischungen entwickeln, sondern auch darauf abgestimmtes Saatgut züchten. Dieses Vorgehen führt zu einer endlosen Aufwärtsspirale, und die gesamte Giftmenge in der Natur steigt unkontrolliert an. Um Ernteerträge stabil zu halten, müssen Landwirte außerdem die Gifte regelmäßig einsetzen. Obwohl in der Europäischen Union für Glyphosat Grenzwerte gelten, findet keine Kontrolle statt. In erster Linie entziehen sich importierte landwirtschaftliche Produkte jeglicher Messkontrolle.

Glyphosat schädigt auch Kulturpflanzen

Kein in ökologische Systeme eingebrachter Stoff geht spurlos unter. Da beim Sprühen auch Kulturpflanzen mit Giften benetzt werden, wirken die Pflanzengifte ebenso auf sie ein. Wie biologische Tests auf Feldern zeigen, nehmen sie dadurch weniger Nähstoffe auf, wachsen also langsamer. Die Ernteerträge sinken. So geschwächte Pflanzen neigen außerdem zu erhöhtem Schädlingsbefall. Auch wenn Landwirte Herbizidmixe anwenden, erleiden Kulturpflanzen die gleichen Auswirkungen.

Weitere Infos zum Thema für Sie:

„Was ist Glyphosat?“, der BUND informiert Sie ausführlich

Infos zu Glyphosat bei Wikipedia

„Steckbrief Glyphosat“, Deutschlandfunk

ZEIT ONLINE – Artikelsammlung zu Glyphosat und Pflanzenschutzmitteln

© Paul Bock

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