Krebs, Erbgutschäden und Missbildungen durch Pflanzengift Glyphosat

Glyphosat dringt in die Nahrungskette ein

Natürlich gerät Glyphosat nicht nur auf als „Unkräuter“ eingestufte Pflanzen, sondern benetzt auch Kulturpflanzen wie zum Beispiel Raps oder Mais. Daher gelten zwischen dem Aufbringen des Pflanzengifts und der Ernte in der Regel gesetzlich vorgeschriebende Wartezeiten von sieben Tagen, bei kombinierter Sprühung von Herbiziden und Insektiziden acht Wochen. Wer Getreide anbaut, greift zunehmend gern zur sogenannten „Reifespritzung“ (Sikkation). Dabei bringt der Landwirt vor dem geeigneten Erntetermin viel Herbizid auf dem Feld auf, so dass sich beim Schnitt so wenig Unkräuter als möglich beimengen. Damit gelangen auf die Getreidekörner sehr hohe Giftdosen, die niemand kontrolliert und in den Nahrungsketten ungefiltert Eingang finden. Wie Recherchen ergeben, lassen sich auf deutschen Äckern Glyphosatrückstände auch bei Hülsenfrüchten oder Raps nachweisen.

Mehr Krebsfälle und Missbildungen nach Glyphosateinsatz

Wie Studien in landwirtschaftlichen Gebieten klar zeigen, treten mehr Krebsfälle nach Einsatz des Herbizids auf. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) stuft die Wirkung von Glyphosat auf menschliche Organismen als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Diese Einschätzung erkennen allerdings namhafte andere Gesundheitsorganisationen nicht an. Auch die Zahl missgebildeter Neugeborener nimmt bei Anwendung des Pflanzengifts zu, ebenfalls Erbgutschäden. Das wird besonders deutlich, wenn Gebiete ohne Glyphosateinsatz mit Regionen hoher Dosen im Vergleich stehen. Allerdings fallen die genannten Fakten nur markant ins Auge, ohne einen zweifelsfreien Zusammenhang zu Glyphosat herzustellen.

Doktor_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de
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Aktuelle Beispiele solcher Missstände finden sich in Argentinien, wo Soja- und Tabakfelder regelmäßig und flächendeckend mit Glyphosat behandelt werden. Dort leiden unzählige Menschen unter den Folgen des Mittels. In erster Linie Kinder, alte Menschen und Landarbeiter, die tagtäglich mit dem Herbizid in Berührung kommen. Obwohl sie den Zusammenhang zwischen Giften und Erkrankungen allmählich erkennen, bleiben sie im Teufelskreis des Pflanzengifts gefangen. Neben aussagekräftigen Untersuchungen, die die Kausalität felsenfest beweisen, fehlen ihnen eine starke Lobby und gesündere Alternativen im Pflanzenschutz.

Verbot für Totalherbizid in Brasilien?

Wie aktuell verschiedene Medien berichten, sollen in Brasilien Verkauf und Verwendung von Glyphosat gestoppt werden. Brasilianische Landwirte betreiben großflächigen Ackerbau. Ihre Ernteerträge sind vom Herbizideinsatz abhängig. Dabei dominieren zig-hektargroße Soja-Plantagen („Soja-Wüsten“) das Landschaftsbild. Sie sind gegen Glyphosat resistent und liegen weitgehend im Bundesstaat Mato Grosso.

Brasilien exportiert Soja zig-tonnenweise weltweit, wo es als hochwertige Proteinquelle zur Geflügel- und Schweinemast dient. Das Herbizid gelangt also unkontrolliert aus südamerikanischen Sojafrüchten zum Beispiel auch ins Futter deutscher Schweine oder Hühner, deren Fleisch Verbraucher verzehren. Die Presseagentur Reuters berichtet aktuell, dass bereits erteilte Zulassungen neuer Glyphosat-Produkte „in den kommenden 30 Tagen aufgehoben werden“. Allerdings habe die brasilianische Regierung dazu bisher noch kein endgültiges Urteil gefällt. Eine Stellungnahme der Bayer AG zum drohenden Verbot liegt nicht mir vor.

Abbau- und Nebenprodukte des Glyphosat vergiften uns noch mehr

Im März 2015 hat die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) Glyphosat in die Gefahrengruppe 2A eingestuft. Menschen, die den Stoff verwenden, leben also in der vermeintlichen Gefahr, an Krebs zu erkranken. Inzwischen gibt es weltweit hinreichend Beispiele, die diese Einschätzung rechtfertigen. Biologische Tests zeigen, dass das Herbizid nicht nur menschliche Zellen schädigt, sondern auch Embryonalentwicklungen stört. Offenbar wirkt es ebenfalls auf die Hormonbildung ein. Ungefähr 50 verschiedene Hormone arbeiten beim menschlichen Organismus Hand in Hand. Sie kümmern sich zum Beispiel um gesunde Entwicklung und Wachstum.

Tabakblüten_R_K_B_by_Annamartha_pixelio.de
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Aus biologischer Sicht zeigen zwei Stoffe sogar noch höhere Giftigkeit als Glyphosat selbst: AMPA, das Hauptabbauprodukt des Herbizids (Aminomethyl-Phosphonsäure), und Tallowamin. Tallowamin wirkt als sogenanntes Netzmittel, das die Wirkstoffaufnamen in pflanzliche, tierische und menschliche Zellen erleichtert. Es bedeutet besonders für Fische, Lurche und Frösche eine große Gefahr. Beide chemischen Bestandteile bestechen durch ihre höheren Halbwertszeiten. Dabei gibt die Halbwertszeit die Dauer an, in der die Hälfte der ursprünglichen Stoffmenge sich verflüchtigt. Abhängig von äußeren Bedingungen variieren die Zeiten für AMPA zwischen 78 und 240 Tagen, die des Tallowamins kann bis zu 875 Tage reichen. Die Halbwertszeit von Glyphosat beträgt dagegen lediglich drei bis 240 Tage. Das heißt, die Gifte breiten sich nicht nur toxischer aus als Glyphosat, sondern in der Regel auch viel länger.

Glyphosat verpestet Menschen und Tiere

Natürlich nehmen nicht nur Pflanzen und damit Menschen das Herbizid auf, sondern auch Tiere. Also zum Beispiel Schweine im Stall, die mit Mais gefüttert werden, oder Wildschweine, Rehe und Nager. Schon bei direktem Kontakt überträgt sich das Gift überall. Auch in Tampons wird es nachgewiesen. Denn diese bestehen zum großen Teil aus Baumwolle, die auf riesigen Plantagen mit Glyphosat besprüht werden. Über die Haut dringt das Gift unbemerkt in unseren Körper ein.

Schwein_R_B_by_Rudolpho Duba_pixelio.de
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ALS durch Glyphosat?

Weiterhin steht Glyphosat unter dem Verdacht, die Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) hervorzurufen oder zu begünstigen. Dabei handelt es sich um eine unheilbare Nervenerkrankung, die zu bleibenden Schäden an Nervenzellen führt, die Bewegungen der Muskeln steuern. Wer den jüngst verstorbenen britischen Physiker und Mathematiker Stephen Hawking nun vor sich sieht, weiß um das leidvolle Leben der ALS-Patienten. –

Endlich Schluss mit Glyphosat!

Um das Gift als Täter zweifelsfrei zu überführen, fehlen zwar offenbar noch hundertprozentige Beweise, aber das zukünftige Wohlergehen und die Gesundheit der Menschheit hängen entscheidend davon ab. Auf allen Erdteilen regt sich allmählich deutlicher Widerstand gegen den Herbizideinsatz. Halten Sie sich bitte deutlich vor Augen, dass der Urin jedes Menschen heute bereits Glyphosatspuren enthält. Im Sinne eines gesunden Gemeinwohls müssen daher Zulassung und Verkauf des Pflanzengifts weltweit so früh als möglich massiv eingeschränkt und verboten werden.

 

Weitere Infos zum Thema für Sie:

„Krank durch Glyphosat? – Erfahrungen aus Argentinien“, Hörbeitrag des Deutschlandfunks, online verfügbar bis 27.1.2019, Dauer: 18:51 Min.

„Glyphosat – Argentiniens kranke Kinder“, DOKU aus INFO TV vom 1.1.2018, Dauer: 29:06 Min.; argentinische Tabakbauern begehren gegen Glyphosateinsatz auf;

„Glyphosat in der Nahrungskette“, forum für |sauberes trinkwasser

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), wikipedia

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Ursache – Thearpie – Forschung

UGB-Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung in Europa, sehr informative Seite für Sie zum Pflanzengift Glyphosat aus gesundheitlicher Sicht

 

© Paul Bock

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