Weihnachtfest 2018 – Tage der Besinnung und Rückschau

Der geschmückte Weihnachtsbaum steht sicher im Ständer. Die Kerzen auf dem Weihnachtskranz brennen. Ihre Lichter flackern fröhlich ins abendliche Halbdunkel. Zeit, nun ein wenig innezuhalten, zurückzuschauen und einen kurzen Blick nach vorn zu wagen:

Welche Themen fesselten unser Interesse in 2018?

Der weltweit beachtete Prozess gegen die Pharmariesen Bayer und Monsanto gehört sicherlich ganz oben auf die Liste. Denn unzählige Menschen erkannten überdeutlich, was das Pestizid Glyphosat auf allen ökologischen Pfaden anrichtet und wie es menschliche Gesundheit erbarmungslos zerstört. Endlich bekommen die Pharmaunternehmen ihre Quittung dafür, wenn auch noch einige Hürden im Weg stehen. Aber dieser und weitere Wirkstoffe rückten damit weltweit in die Kritik, verschwanden bis heute nicht mehr aus den Schlagzeilen.

Biene-im-Salbei_R_by_luise_pixelio.de_.jpg
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Sogar Bundesumweltministerin Svenja Schulze räumt inzwischen ein Glyphosatverbot in Deutschland ein. Offen bleibt allerdings noch, wann der Ausstieg tatsächlich erfolgt, denn die Agrarlobby stärkt Pestizidproduzenten natürlich den Rücken. Tatsächlich setzen rund 90% aller Landwirte Glyphosat oder andere Pflanzenschutzmittel beim Nutzpflanzenanbau ein. Wie der WDR in seiner Sendung Quarks vom 30.11.2017 zeigt, wäre ein Umstieg auf pestizidfreien Anbau für landwirtschaftliche Betriebe und die ganze Gesellschaft eine weitreichende Herausforderung. Hier müssen Politiker und Umweltschutzverbände sicherlich noch sehr viel Aufklärungsarbeit leisten.

Autoabgase_by_Gabi Eder_pixelio.de
Autoabgase_by_Gabi Eder_pixelio.de

Dass die Deutsche Bundesregierung und deren Umweltpolitiker die europäische Richtlinie für Luftschadstoffgrenzwerte nahezu acht Jahre lang ignorierte, möchte ich als zweiten Punkt auf meine Rückschau setzen. Gewählte Volksvertreter setzen damit die Gesundheit ihrer BürgerInnen ernsthaft auf`s Spiel. Die von der EU angedrohten Strafen zahlen alle deutschen Steuerzahler. Näheres dazu lesen Sie in meinem Beitrag „Wenn politische Verantwortungslosigkeit krankmacht“.

Silvesterkracher_R_K_B_by_Marco Barnebeck_pixelio.de
Silvesterkracher_R_K_B_by_Marco Barnebeck_pixelio.de

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie dringend bitten, zu Silvester keine Böller und Kracher abzufeuern. Denn Ruß und Feinstaub belasten die Atemluft dadurch schwer. Nach Angaben von Greenpeace aus dem Newsletter vom 21.12.2018 entstehen damit deutschlandweit bis zu 4.500 Tonnen Feinstäube. Wie die Umwelthilfe aktuell mitteilt liegt der Wert sogar bei 5.000 Tonnen. Das sind ungefähr 15% der jährlichen Emissionen des Straßenverkehrs in Deutschland.

Welche Hürden stehen noch vor uns?

Das Thema Emissionen im Straßenverkehr bleibt weiterhin ein großes Thema, das sich ganz eng mit weitverzweigten Problemen des Klimaschutzes vernetzt. Eine Studie der Europäischen Umweltagentur berichtet dazu, dass europaweit jährlich 442.000 Menschen an schlechter Luftqualität zu Tode kommen.

Stickoxide und Feinstaub steigt aus Schornstein auf © Daniel Bleyenberg / www.pixelio.de
Stickoxide und Feinstaub steigt aus Schornstein auf © Daniel Bleyenberg / http://www.pixelio.de

Natürlich steht der Ausstieg aus der Kohleverstromung noch immer wie eine unüberwindliche Mauer vor uns. Der Wandel hin zu Erneuerbaren Energien bedeutet aber weltweit eine höhere gesundheitliche Qualität. Erst im Oktober 2018 warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO vor globaler Luftverschmutzung. In einer Studie wies sie darauf hin, dass schlechte Luft weltweit 1,8 Milliarden Kinder unter 15 Jahren ernsthaft bedroht.

Die Themen Plastik und Plastikmüll beeinflussen unser aller Leben nicht nur im Jahr 2019, sondern bis zu unserem Tode. Sie bleiben ein globales Vermächtnis der Menschheit über Generationen hinweg – ähnlich langlebigen Altlasten der Kernenergie. Nur das Zusammenspiel aus regionalen, nationalen und globalen Lösungen dröselt ökologische Belastungen auf. Dazu müssen Plastikerzeuger, Handel und Verbraucher unter weitreichenden politischen Umweltschutzvorgaben kooperieren. Wenn Bilder plastikverseuchter Strände über den Bildschirm flackern, wirkt das bevorstehende Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik in der EU ab 2021 wie ein müder Hilferuf. Wer sich zu diesen Themen aktuell informieren möchte, schaut am besten einmal auf der Seite „Verpackungsmüll – Plastikmüll“ vorbei.

Strandgut_R_K_by_Ute Bauduin_pixelio.de
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Auch der Klimawandel mit all seinen Folgen für Menschen, Tiere und Pflanzen bleibt ein Dauerthema, das nur in kleinen Schritten global vorankommt. Die letzten Konferenzen der Vereinten Nationen haben das deutlich gezeigt:

In Paris einigten sich die teilnehmenden Staaten 2015 auf einen neuen Weltklimavertrag  , in Bonn fand 2017 die 23. Weltklimakonferenz (COP 23) statt. Dort erarbeiteten beteiligte Staaten einen Plan, der die Grundlage der Klimakonferenz 2018 in Kattowitz (COP 24).bildet. Die Verhandlungen in Kattowitz gingen sogar in die Verlängerung, weil Unklarheiten in der Formulierung aufkamen. Aber die Teilnehmer fanden immerhin einen Konsens auf ein „Regelwerk“, das zum Einen die Pariser Klimaziele umsetzen soll und zum Anderen Bemühungen zum Klimaschutz aller Staaten vergleichbarer macht. Die nächste UN-Klimakonferenz (COP 25) sollte vom 11. bis 22. November 2019 in Brasilien stattfinden. Wie ZEIT ONLINE aktuell berichtet, zog das Land seine Kandidatur nun wegen der angespannten Haushaltslage zurück.

Klimaveränderungen bleiben oft diffus und undurchsichtig. Daher verwenden Fachleute den sogenannten „Klimaschutzindex“. Er wird alljährlich neu ermittelt und zeigt Klimaschutzleistungen der Industrie- und Schwellenländer. Deutschland rutschte inzwischen in der Liste aller 56 Staaten, die gemeinsam 90% aller Treibhausgase erzeugen, auf Platz 27 ab, liegt nun also im düsteren Mittelfeld. Das schreibt Greenpeace im Dezember 2018.

Musiknoten_R_B_by_günther gumhold_pixelio.de
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Zu den Festtagen habe ich Ihnen ein kleines Päckchen  Weihnachtslieder und Videos geschnürt. In der Hoffnung, dass der nüchterne Charakter des oekobeobachters damit mehr Dreidimensionalität erhält. Vielleicht gefallen Sie Ihnen. Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen beim Zuhören oder Mitsingen besinnliche Unterhaltung!

Für alle, die lieber etwas über die Wurzeln des Weihnachtsfestes erfahren möchten, empfehle ich meinen Beitrag „Das Weihnachtsfest trägt keltische Handschrift“. Neben weiteren Beiträgen finden Sie den Artikel auch auf meinem Blog „schreibstueberl“.

Ich wünsche Ihnen nun ein besinnliches Weihnachtsfest und gute Gesundheit sowie viel Freude, Zufriedenheit und Erfolg im Neuen Jahr.

Weihnachtskranz copyright Paul Bock
Weihnachtskranz copyright Paul Bock

+ © Paul Bock

3 Kommentare zu „Weihnachtfest 2018 – Tage der Besinnung und Rückschau

    1. Hallo Lu, herzlichen Dank für Deinen positiven Kommentar. Es war mir in diesem Jahr ein Herzenswunsch, meinen Lesern einen besonderen Beitrag zu Weihnachten zu stricken. Obwohl ich beim Schreiben die Jahresschwerpunkte nur schwer ins rechte Glied brachte.
      Auch Dir noch einmal herzliche Weihnachtsgrüße vom Paul. Bleibe auch im Neuen Jahr gesund, munter und heiter!

      Gefällt 1 Person

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