Glyphosat und Paraquat im Haselnussanbau für Ferrero

Haselnüsse für Ferreros Süßwaren

Seit Jahren boomt in Chile der Haselnussanbau. Ein Heer von Kleinbauern produzierte dort im Jahr 2017 auf ungefähr 17.000 Hektar Fläche mehr als 20.000 Tonnen der Nüsse. Das Unternehmen AgriChile (AgriChile Fruit Agrichile SA), eine Tochterfirma des Schokoladenherstellers Ferrero, nimmt den Bauern die Ernten zuverlässig ab. Denn Ferrero benötigt für seine Produkte Unmengen davon. Da der weltweite Bedarf an Haselnüssen stetig wächst, hat sich AgriChile ein hohes Ziel gesteckt: bis 2020 soll die Anbaufläche in Chile die Grenze von 30.000 Hektar überschreiten.

Damit wäre Chile eines der weltweit umsatzstärksten Haselnussproduzenten. Schon heute importiert Ferrero fast 100 Prozent der dort wachsenden Haselnüsse. 2016 hat AgriChile gut 15.000 Tonnen Haselnüsse exportiert und damit beinahe 75 Millionen Dollar eingenommen. Eine große Menge davon geht weiter in die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, die Europäische Union und Hongkong.

unreife haselnuss - pixabay
unreife haselnuss – pixabay

Das italienische Unternehmen Ferrero verarbeitet das Rohprodukt in zahlreichen seiner Süßwaren. Jeder von uns kennt wohl bekannte Marken wie Nutella, Ferrero Rocher, Ferrero Küsschen, Duplo, Hanuta und Maxi King, die gehackte Haselnüsse enthalten.

Gefährliche Pflanzenschutzmittel sichern Haselnussernten in Chile

Wie überall auf der Welt kommen auch in Chile Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Sie erleichtern den Bauern den Anbau der Sträucher und das Einbringen der Ernte, und sie steigern Erträge und Einnahmen. Besonders in Monokulturen verhindern Pflanzenschutzmittel gezielt das Wachstum von Wildkräutern, die Kulturpflanzen Nährstoffe und Lebensraum entziehen. Je weniger die angebauten Pflanzen davon verlieren, umso höher fallen Erträge und Umsätze aus.

Die Haselnussbauern leben in ärmlichen Verhältnissen, auch wenn AgriChile ihnen zusichert, regelmäßig ihre Ernten abzunehmen. Sie wissen, dass Schädlinge und wilde Pflanzen in Monokulturen leichtes Spiel haben. Daher möchten die meisten Bauern Einfälle von Insekten, Käfern und Spinnen verhindern und das Wachstum von Wildpflanzen unterbinden. Sie verwenden also großflächig chemische Mittel. Natürlich müssen die Umsätze dabei auch die Kosten für Pestizide, Herbizide und andere Gifte ausgleichen.

Pflanzenschutzmittel ersticken Artenvielfalt

Allerdings ersticken die Mittel langfristig die natürliche Artenvielfalt auf den Anbaufeldern, so dass ökologische Gleichgewichte kippen und zerstört werden. Ein Blick vor unsere Haustüren, in unsere Gärten und Parks, auf deutsche und europäische Felder zeigt deutlich, welche Folgen sich durch intensiven Einsatz von Pflanzenschutzmittel wohl auch im fernen Chile anbahnen. Zeitungen und weitere Medien berichten uns beinahe täglich über Insektenschwund , Vogelsterben, und breitgestreuten Artenverlust.

Glyphosat und Paraquat verseuchen Soja und Mais in Südamerika

Sie erinnern sich sicherlich noch an meine Beiträge über landwirtschaftliche Anbaumethoden in Argentinien und Brasilien. In beiden Ländern kommt Glyphosat in großen Mengen zum Einsatz. Da beide Staaten in großen Mengen Soja und Mais herstellen, spülen sie sich so hohe Deviseneinnahmen in die Kassen, auf die sie sehr angewiesen sind.

Maisfeld_R_K_B_by_Petra Bork_pixelio.de
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Zum Beispiel belegt Argentinien mit einer jährlichen Sojaproduktion von 53 Millionen Tonnen weltweit den dritten Platz. Argentinien ist also abhängig von seiner Sojaproduktion und hängt – wie Brasilien – am Glyphosat-Tropf.

In gleicher Weise wie Argentinien schreitet Brasilien voran: im weltweiten Maisexport peilt das Land zum Beispiel bis 2028 ein hohes Ziel an. Es möchte die Exportsumme um 34 Prozent steigern. Die Ausfuhren von Soja sollen bis dahin sogar um 38 Prozent zunehmen. Natürlich bedeuten höhere Produktions- und Exportzahlen, dass die zu rodenden landwirtschaftlichen Nutzflächen sich ausweiten und damit der Verbrauch an Glyphosat und weiteren Pflanzenschutzmitteln steigt.

Die oben genannten Beiträge zeigen eindrücklich, welche nachhaltigen Schäden Menschen, Flora und Fauna durch Glyphosat erleiden. Auf chilenischen Haselnussplantagen sieht die Praxis leider genauso aus.

Im Dossier zum Thema Glyphosat & Co. lesen Sie noch mehr dazu.

Ökologische und gesundheitliche Belastungen durch Glyphosat und Paraquat in Chile

Natürlich drohen auch in Chile die bereits in Argentinien festgestellten Gesundheitsrisiken und -schäden, die Glyphosat anrichtet. Denn das Totalherbizid entfaltet sein abtötendes Giftspektrum überall dort, wo es mit ökologischen Pfaden in Kontakt kommt. Also zum Beispiel auf Böden, in Lufträumen, auf Pflanzen und Früchten. Wenn Sie möchten, holen Sie sich Fakten und Hintergründe dazu ins Gedächtnis zurück. Lesen Sie meinen Artikel „Krebs, Erbgutschäden und Missbildungen durch Pflanzengift Glyphosat“ .

Doktor_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de
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Wie aktuelle Recherchen des SWR für Das Erste ergeben haben, wird in Chile sogar das Pflanzenschutzmittel Paraquat verwendet. Die Europäische Union und die Schweiz haben dieses Mittel bereits 2009 verboten. In Chile darf es allerdings noch heute eingesetzt werden. Wie das Pestizid-Aktionsnetzwerk Chile (RAP) feststellt, führe Paraquat immer wieder zu gesundheitlichen Schäden und Todesfällen unter der Landbevölkerung.

Mensch und Natur werden wie bei Glyphosat auch durch Paraquat regellos verseucht. Untersuchungen vor Ort ergeben zum Beispiel neben Atembeschwerden und Lungenschmerzen auch Leberschäden, Nierenversagen und embryonale Schäden. Außerdem zeigen Schüler, die im Einzugsgebiet besprühter Hasenussplantagen aufwachsen, Lernschwächen.

Sehen Sie sich dazu bitte das 6-minütige Video aus „Das Erste – Weltspiegel“ vom 18.11.2018 an. Darin nimmt Ferrero zum Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln Stellung, und Bauern berichten über das Leben inmitten ihrer giftverpesteten Heimat.

Belasten Haselnüsse in Ferrero-Produkten Ihre Gesundheit?

Im Rahmen aktueller Recherchen bleibt diese Frage wohl weiterhin offen, denn wie Sie in dem oben genannten Video erfahren haben, sieht Ferrero durch seine geschlossene Überwachungskette keine Gefahren. Wie bereits berichtet, fand das ARD-Verbrauchermagazin Markt im August 2018 in anderen Lebensmitteln Rückstände von Glyphosat.

Süßigkeiten - R_K_B by Timo Klostermeier - pixelio.de
Süßigkeiten – R_K_B by Timo Klostermeier – pixelio.de

 

Ungespritzte Haselnüsse fördern Ihre Gesundheit

Wenn Sie Haselnüsse regelmäßig genießen, stärken Sie Ihre Nervenleistung und verbessern Ihr Gedächtnis. Ganz ohne Pillen oder Gifte. Haselnüsse enthalten zum Beispiel Phosphor, Kalzium, Eisen und ebenso Ballaststoffe zur Förderung Ihrer Verdauung. Noch mehr zu gesundheitlichen Aspekten der Haselnüsse lesen Sie bei

gesundheit.de

lifeline.de

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare, denn das spannende Thema Glyphosat & Co. wird uns noch weiter beschäftigen.

Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Gesundheit.

 

© Paul Bock

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