Entspannung im Park

Schreiben bedeutet Spaß. Die besten Geschichten entstehen dabei aus dem weiten Meer meiner Gedanken, Gefühle und Phantasie. So treten Figuren ins Leben, die mit allen ihren Sinnen miteinander agieren. Sie atmen, hegen Ziele und Wünsche. Auf diese Weise treiben sie Handlungen voran und zeigen Lesern eine neue Welt.

Die folgende Erzählung schrieb ich in einer entspannten Stunde. Vielleicht gefällt sie Ihnen. Natürlich begrüße ich jeden Ihrer Kommentare.

Igeljunges 2_R_K_B_by_Uwe Drewes_pixelio.de

Nun wünsche ich Ihnen kurzweilige Unterhaltung:

Klaus-Dieter geniesst seinen Ruhestand in vollen Zügen. Er erfreut sich an seiner körperlichen Fitness. Seit acht Monaten lebt er nun im Vorruhestand. Sein Bandscheibenvorfall hat ihn dazu gezwungen, seine Arbeit als Kfz-Mechaniker an den Nagel zu hängen.

Nun hat er keine festen Verpflichtungen mehr und nutzt die freien Stunden, um sich zu entspannen. Geheiratet hat er nie und ist kinderlos geblieben.

Inzwischen hat sich seine Gesundheit sehr verbessert. Er läuft zwar langsam, aber viel. Täglich wandert Klaus-Dieter im nahen Park. Jetzt im Sommer geht er erst abends aus dem Haus. Dann verfliegt die brütende Hitze. Manchmal bringt eine frische Brise aus West Abkühlung.

Wenn er seine Zweizimmerwohnung verlassen hat, setzt er sich zuerst für eine Weile auf eine Bank in den Schatten. Dort geniesst er einen weiten Blick auf eine riesige, knorrige Eiche, auf junge Buchen und Fichten. Regelmäßig kümmern sich Gärtner um die Parkanlagen, die zahlreiche Fusswege durchkreuzen.

Hier spielen Kinder Ball, ihre Mütter unterhalten sich und behalten die Kleinen aufmerksam im Auge. Wenn die Sommersonne tief am Horizont steht, versammeln sich immer mehr Anwohner. Dann wirft die Abendstimmung beruhigende Schatten auf den Park.

Manchmal wieselt ein putziges Eichhörnchen von Baum zu Baum. Es erklimmt Fichten und Tannen bis hinauf in schwindelnde Höhen. Das Nagetier sucht leckere Zapfen, die es geschickt herunterwirft. Die Blicke der Besucher folgen seinen akrobatischen Sprüngen. Viele von ihnen winken zu ihm hinauf und freuen sich daran. Ihr Lachen dringt zu Klaus-Dieter herüber.

Jungigel sitzt schnuppernd vor dem Futter – copyright Paul Bock

Vor Wochen hörte er beim Spazierengehen raschelnde Laute am Wegesrand. Er hielt stille und lauschte. Rhythmisches Grunzen drang zu ihm her. Dann entdeckte er zwischen jungen Birken zwei Igel, die offenbar ihr Igelkarussell drehten. Sie folgen ihrem angeborenen Balzverhalten. Dabei umkreisen sie einander, grunzen und schnauben.

Ab und zu verschwanden sie, um gleich darauf ihren Tanz fortzusetzen. Nur ganz selten liefen ihm Igel über den Weg. Über dieses Verhalten hatte er einmal ein Video im Internet gesehen. Das Igelweibchen wirft dann in einigen Monaten Junge. Die blinden Jungtiere bleiben zuerst in der Nähe ihrer Mutter, bevor sie sich ihre eigenen Wege suchen. Für jeden Naturfreund ein fesselndes Schauspiel.

Klaus-Dieter hatte erst einmal das Glück gehabt, einen Wurf Igel zu beobachten. Dann schlug sein Herz höher, und er wusste, er lebt am richtigen Ort.

Eine Igelfamilie braucht Ruhe und die Möglichkeit, sich unter Büschen und im Schatten zu verstecken. Der Igelpapa geht nach einer Weile seiner Wege, um vielleicht ein anderes Weibchen zu finden und zu begatten.

Hier im Park bleibt für Igel der Tisch lange reich gedeckt. Denn sie fressen alles: Käfer, Schnecken, Asseln und weitere Leckereien. So entwickeln sie sich prächtig, bevor sie sich im Herbst und frühen Winter geschützte Plätze suchen. Dann verstecken sie sich zum Beispiel unter welken Blätterhaufen. Dort halten sie Winterschlaf und zehren von ihrem Winterspeck. Erst wenn die Temperaturen wieder steigen, krabbeln sie der Wärme entgegen. Bis heute gelang es Klaus-Dieter nicht, ihre Schlafplätze aufzustöbern.

Friedvolle Abendstimmung am Altmühlsee © Paul Bock

Er sitzt noch immer auf der Parkbank. Der süß-würzige Duft gemähten Grases liegt in der Luft. In der Ferne zirpen unsichtbare Grillen. Nun taucht die Abendsonne am Horizont unter. Klaus-Dieter spürt inneren Frieden und dankt dem Herrgott dafür.

Copyright Paul Bock 😊

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