Wo fliegen Braunkehlchen noch?

Als Bodenbrüter nisten Braunkehlchen gerne im Feuchtland und auf Streuwiesen. Ihre Bestände schrumpfen seit Jahren. Nur in den Mittelgebirgen stabilisiert sich offenbar ihr Vorkommen. Alle Vogelarten benötigen natürlich geeignete Lebensräume, in denen der Tisch für sie reich gedeckt bleibt und sie ihre Gelege sicher ablegen können. Nach Angaben des NABU führt ein ganzes Bündel von Fehlentwicklungen in Deutschland dazu, dass die bevorzugten Lebensräume des Braunkehlchens mehr als mangelhaft sind. Denn im Zuge der Trockenlegung großer Flächen Feucht- und Wiesenlandes verloren die Tiere angestammte Brutgebiete. Düngemittel und Pestizide, die Vegetationen rascher und dichter wachsen lassen, machen es ihnen schwer, an Nahrung zu gelangen.

Flurweg mit Buschsaum im Herbst © Paul Bock
Flurweg mit Buschsaum im Herbst © Paul Bock

Dazu kommt, dass viele Landwirte heute schon früh im Jahr ihre Wiesen mehrmals mähen. So zerstören sie unentdeckte Gelege und Nester mit Jungvögeln. Gute Lösungen, um den Bestand der Braunkehlchen zu retten, sehen Vogelschützer in erster Linie im Erhalt von Feuchtwiesen und der Ausweitung von Brachflächen mit Sitzwarten. Grundsätzlich verspricht die weiträumige Umstellung auf ökologische Landwirtschaft auch bei dieser Vogelart eine Anhebung der Populationsgröße.

Brachland mit Nistplätzen © Andreas Hermsdorf_pixelio.de
Brachland mit Nistplätzen © Andreas Hermsdorf_pixelio.de

 

Weitere Beiträge zum Thema Vögel:

Warum sterben soviele Vögel?

Wenn Feldlerche, Braunkehlchen und Kiebitz die Felder verlassen

„Das Braunkehlchen“ (Naturschutzbund informiert Sie)

Kiebitze ziehen sich in Naturschutzgebiete zurück

Feldlerchen

Verkehr, Stromleitungen und Verglasungen gefährden Vogelwelt

Ökologische Landwirtschaft verhindert Vogelsterben

Landwirtschaft begrenzt Lebensräume der Vögel

Vögel sterben im Schatten der Insekten (mit Wespenvideo)

Wie wächst die Vogelwelt wieder?

 

© Paul Bock