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Wenn Feldlerche, Braunkehlchen und Kiebitz die Felder verlassen

Unterschiedlichste Vogelarten bevölkerten früher die Felder. Sie werden daher Feldvögel genannt. Bekannte Vertreter wie zum Beispiel Braunkehlchen, Großer Brachvogel, Rauchschwalbe, Mäusebussard oder Wiedehopf gehören dazu. Die zunehmende Intensivierung der konventionellen Landwirtschaft schränkt den Lebensraum unzähliger Feldvögel stark ein.

 

Auf den Feldern gelingt es ihnen kaum, inmitten hoher und dichter Bepflanzungen ausreichend Nahrung zu finden. Um höchste Erträge zu erwirtschaften, stehen Saat- und Pflanzreihen sehr eng. In der Brutzeit zerstören landwirtschaftliche Fahrzeuge Gelege und töten Jungvögel. Äcker und Grünland bieten den Tieren heute kaum noch notwendigen Schutz. So leben sie und ihre Brut in steter Gefahr, ihr Leben zu verlieren. Nach Angaben des NABU (Naturschutzbund Deutschland) stehen mehr als 65 Prozent der Feldvögel in Deutschland auf der Roten Liste der Brutvögel.

Feldlerchen

So kämpfen zum Beispiel Feldlerchen in Deutschland sehr stark ums Überleben. Ihr Lebensraum ist in den letzten Jahren eng geworden. Geduldige Beobachter treffen sie sporadisch nur noch in offenen Feldfluren, auf Ackerflächen oder im feuchten Grünland an. Wie zahlreiche andere Vogelarten finden sie zwischen vielerorts hochwachsenden und dichten Vegetationen zu wenig zu fressen. Außerdem suchen sie heute vergeblich nach passender Nahrung, weil Pestizide auf landwirtschaftlich genutzten Flächen übermäßig aufgebracht werden.

Tagpfauenauge © Paul Bock

Tagpfauenauge © Paul Bock

In der Brutzeit ernähren sich Feldlerchen von Wirbellosen, also von Tieren ohne Wirbelsäule. Dazu zählen zum Beispiel Schnecken, Spinnen, Schmetterlinge und Käfer. Da konventionell arbeitende Landwirte zur Ertragssteigerung Pestizide einsetzen, um Schädlinge auszumerzen, verlieren Feldlerchen und andere Vögel eine wichtige Nahrungsgrundlage. Im besten Fall gelingt Feldlerchen dadurch nur die Aufzucht einer Brut im Jahr. Unter guten Lebensbedingungen konnten sie früher zwei bis drei Gelege erreichen.

Wo fliegen Braunkehlchen noch?

Als Bodenbrüter nisten Braunkehlchen gerne im Feuchtland und auf Streuwiesen. Ihre Bestände schrumpfen seit Jahren. Nur in den Mittelgebirgen stabilisiert sich offenbar ihr Vorkommen. Alle Vogelarten benötigen natürlich geeignete Lebensräume, in denen der Tisch für sie reich gedeckt bleibt und sie ihre Gelege sicher ablegen können. Nach Angaben des NABU führt ein ganzes Bündel von Fehlentwicklungen in Deutschland dazu, dass die bevorzugten Lebensräume des Braunkehlchens mehr als mangelhaft sind. Denn im Zuge der Trockenlegung großer Flächen Feucht- und Wiesenlandes verloren die Tiere angestammte Brutgebiete. Düngemittel und Pestizide, die Vegetationen rascher und dichter wachsen lassen, machen es ihnen schwer, an Nahrung zu gelangen.

Flurweg mit Buschsaum im Herbst © Paul Bock

Flurweg mit Buschsaum im Herbst © Paul Bock

Dazu kommt, dass viele Landwirte heute schon früh im Jahr ihre Wiesen mehrmals mähen. So zerstören sie unentdeckte Gelege und Nester mit Jungvögeln. Gute Lösungen, um den Bestand der Braunkehlchen zu retten, sehen Vogelschützer in erster Linie im Erhalt von Feuchtwiesen und der Ausweitung von Brachflächen mit Sitzwarten. Grundsätzlich verspricht die weiträumige Umstellung auf ökologische Landwirtschaft auch bei dieser Vogelart eine Anhebung der Populationsgröße.

Brachland mit Nistplätzen © Andreas Hermsdorf_pixelio.de

Brachland mit Nistplätzen © Andreas Hermsdorf_pixelio.de

Kiebitze ziehen sich in Naturschutzgebiete zurück

Ausgewachsene Kiebitze erreichen Taubengröße. Sie gehören zur Familie der Regenpfeifer. Damit zählen sie zur Ordnung der Möwenvögel. Obwohl sie unter guten Bedingungen auch im Ackerland leben, haben sie sich inzwischen in Feucht- und Überschwemmungsgebiete im Küstenraum zurückgezogen.  Denn innerhalb Deutschlands ist ihr natürlicher Lebensraum, nämlich feuchtes Dauergrünland, kaum noch geblieben.

Kiebitz © Kurt F. Domnik_pixelio.de

Kiebitz © Kurt F. Domnik_pixelio.de

Feuchtwiesen und Moore werden weiträumig trockengelegt, und abseits der Wege stört der Mensch allzu oft die Ruhe der Vögel. Wie Beobachtungen zeigen, bieten ihnen Naturschutzgebiete die besten Bedingungen. Hier sind sie nachhaltig geschützt und entwickeln noch größere Populationen. Nach Angaben des NABU (Naturschutzbund Deutschland) leben in Deutschland derzeit nur noch höchstens 100.000 Brutpaare, die nur ein Gelege im Jahr in die Welt setzen.

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©  Paul Bock

 

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