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Klimawandel tobt: fossile Energien als Bumerang
Der Einsatz von Erdöl und –gas treibt die CO2-Last nach oben. Die Klimaerwärmung boomt. Existenzen, Arten und Naturräume
werden dadurch weltweit vernichtet. Trotzdem beuten Energieerzeuger weiterhin Öl- und Gasfelder sogar im 
Fracking-Verfahren aus. Dabei werden fossile Energien aus Gesteinsschichten gelöst und zu Tage gebracht. 

Ob Kugelschreiber, PVC-Fußboden oder Telefongehäuse, ob Eimer, Kinderquakente oder Folienverpackung: sie entstehen in ölverarbeitenden Kunststoffschmieden. Millionenfach und weltweit. Das Gros aller Autos, Lastkraftwägen, Dieselloks, Flugzeuge oder Schiffe benötigt Öl und daraus gewonnene Treibstoffe, um Personen oder Güter problemlos zu befördern. Ohne Erdgas oder Heizöl bleiben nicht nur viele Wohnungen, sondern auch der Braten auf dem Herd oder das Duschwasser kalt. Rund um den Globus bestimmt Öl das Leben, aber auch Tod und Verderben – nicht erst seit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im April 2010.

Erdöl-Plattform im Bau © W. Broemme / www.pixelio.de

Erdöl-Plattform im Bau © W. Broemme / http://www.pixelio.de

Kohlendioxid mästet den regionalen und globalen Klimawandel

Der Einsatz von Erdöl als fossiler Energie- und Rohstofflieferant überfrachtet die Erde täglich mit riesigen Kohlenstoffmengen. Aus Produktionsbetrieben, Verbrennungsmotoren oder Heizungsanlagen entweichen sie in die Atmosphäre. So mästet die ganze Welt den globalen und regionalen Klimawandel, der sich heute schon als zerstörerisches Stehaufmännchen in jedem Haushalt eingenistet hat. Die Folgen des Klimawandels sind längst nicht nur auf dem Papier bekannt, sie mausern, reifen und verzahnen sich zu schrecklichen realen Katastrophen.

Hitze- und Kältewellen, Starkregen mit Überflutungen, Tornados und Orkane prägen den Alltag

Die Kohlenstofflast der Erde drückt bleiern auf Meere, Wälder oder Böden. Dazu trägt jeder Mensch seinen Teil bei. Die Flutkatastrophe in Pakistan oder im bundesdeutschen Sachsen im Spätsommer 2010, Tornados im ostwestfälischen Minden und Warendorf am 09. Juni 2010 oder in Hessen und auf der Insel Usedom am 23.08.2010 haben gezeigt, wohin der Weg führt. Wenn regellose Hitze- oder Kältewellen, Hagelschläge oder Orkane in Deutschland dominieren, hilft heute kein Wegschauen mehr. Denn das Klima reagiert träge: die Klimakatastrophen von heute wurzeln im Gestern, und die von morgen im Heute. Weltmeere und Atmosphäre heizen sich also weiterhin auf, so dass sich Wetterextreme auch in Zukunft häufen oder Hurrikane und Taifune sich noch verstärken. Das Polareis allerdings taut in wärmerem Wasser zunehmend auf. Die Gletscher schmelzen.

Überschwemmung © Neurolle Rolf / www.pixelio.de

Überschwemmung © Neurolle Rolf / http://www.pixelio.de

Aktuelle Beispiele sprechen eine deutliche Sprache: verheerende Unwetter in Uruguay und Chile im April 2016, in Sri Lanka im Mai 2016, Hochwasseralarm in Paris im Juni 2016, Buschbrände und Überschwemmungen in den Vereinigten Staaten von Amerika im August 2016. Eine Liste, die bei genauerer Recherche wohl noch umfangreicher wäre.

 

 

 

 

 

 

Erneuerbare Energien schieben fossile Energieträger auf’s Abstellgleis

Wenn – wie Fachleute sagen – in fünfzehn oder zwanzig Jahren Erdöl- und -gasfunde versiegen, geben sich Klimakatastrophen rund um den Globus die Klinke in die Hand. Dann hängen zwar die Fahnen einer öldiktierten Weltwirtschaft auf Halbmast, die Klimafolgen daraus aber werden noch viele Generationen plagen. Schon heute ziehen ökologische und wirtschaftliche Umwälzungen soziale Veränderungen nach sich. Wenn also internationale Klimagipfel nur halbherzige Umsetzungen ihrer Beschlüsse realisieren wollen, bleiben wieder besonders die Ärmsten der Armen schutzlose Klimaopfer. Um das Räderwerk des globalen Klimawandels abzubremsen, setzen Klimaforscher wie Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, auf den sofortigen konsequenten Einsatz und Ausbau Erneuerbarer Energien. Denn Wasser- oder Windkraft, Solar- oder Bioenergie, Geothermie oder Blockheizkraftwerke drosseln den Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid erheblich. Wie sich die Energiewende in Deutschland entwickelt, fasst der global agierende Konzern McKinsey & Company regelmäßig im Energiewendeindex zusammen. Der Konzern erstellt als Unternehmens- und Strategieberater auch für Regierungen Studien.

Windkraftanlage © Christian Beuschel / www.pixelio.de

Windkraftanlage © Christian Beuschel / http://www.pixelio.de

Gletscher in Grönland, Alaska und der Westantarktis schmelzen

Schmelzende Gletscher und steigende Meeresspiegel lassen jetzt kein beschauliches Abwarten mehr zu: an den fast 600.000 Kilometer langen Küstenstreifen der Meere lebt und arbeitet mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Mittelfristig stehen also weltweit über 3,4 Milliarden Menschen am Abgrund ihrer Zukunft. Diesen Menschen wird dadurch nicht nur Gesundheit und Lebenswert geraubt, auch oftmals ihre wirtschaftliche Existenz. Flora und Fauna verlieren Lebensräume, und ökologische Gleichgewichte zerbrechen.

Aktuelle Aufnahmen der Arktis bestätigen den Ernst der Lage. Sie wurden von Experten der NASA (US-amerikanische Weltraumorganisation) und europäischen Kollegen in Nature Geoscience vorgestellt. Danach tauen jedes Jahr riesige Mengen Gletschereis ab und gelangen so ins Meer.

Gletscherschmelze © Doerthe Huth / www.pixelio.de

Gletscherschmelze © Doerthe Huth / http://www.pixelio.de

Europäische Küsten und fruchtbare Flussdeltas in Brasilien, Indien oder Ägypten verlieren Land

Wertvolle Küstenbereiche oder fruchtbare Flussdeltas versinken so in den Meeresfluten. Beständig weicht das Land vor ihnen zurück, während Sturm und Wetter den Häusern bedrohlich näher rücken. Um die Auswirkungen dieser Klimafolge zu beobachten, ist keine Fernreise zum versinkenden Amazonas-, Ganges- oder Nildelta nötig. Auch an deutschen Inseln und Küsten nagt der Klimawandel:

Steigende Meeresspiegel und stärkere Wellen schwemmen Nord- und Ostseeufer aus  

Daher verliert zum Beispiel die Nordseeinsel Sylt schon seit Jahren viel Land. Fünf Millionen Euro wendet sie jährlich auf, um ausgeschwemmtes Material durch Sandaufspülungen aus dem Meer zu ersetzen. Karsten Reise, der Leiter des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung auf Sylt, rechnet damit, dass die Meeresspiegel bis 2100 klimabedingt um einen Meter ansteigen. Das Weltnaturerbe Wattenmeer, eine starke Strömungsbremse zwischen Land und See, geht damit verloren.

Die Situation an Nord- und Ostsee verschärft sich zusätzlich: aus geologischen Gründen senkt sich das Marschland (Land hinter den Deichen) um mindestens einen Millimeter pro Jahr ab. Damit verdoppelt sich das Gefahrenpotential an deutschen Küsten. Nach Ansicht von Professor Reinhard Lampe, Geograf der Uni Greifswald, steigt das Ostseewasser in den nächsten 100 Jahren klimabedingt um 25 bis 30 Zentimeter.

Ostseeküste © Neurolle Rolf / www.pixelio.de

Ostseeküste © Neurolle Rolf / http://www.pixelio.de

 

© Paul Bock (überarbeitete Fassung der Veröffentlichung vom 23.9.2010 in suite101.de)

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