Müllstrudel und Plastikinseln verpesten die Weltmeere

Überall auf dem Globus finden sich Kunststoffe. Obwohl sich die Umweltbelastung dieser Stoffe inzwischen ganz offen zeigt, steigen Kunststoffproduktion und -verbrauch weltweit stetig an. Viele Pflanzen und Tiere leiden unter dem massiven Einsatz und dem verantwortungslosen Umgang mit Plastik – besonders Meerestiere und -pflanzen.

Dabei halten Meeresströmungen und -wirbel das Plastikmaterial in ihrem Bann. Oder in ruhigeren Gewässern dümpeln ineinander verfangene Kunststoffteile als große Müllinseln in den Wellen. Natürlich nehmen Wale, Schildkröten, Robben, Delfine oder Meeresvögel das künstliche Treibgut als vermeintliches Futter wahr. Daher verletzen sie sich daran, der Schlund verstopft sich, sie verhungern und sterben.

Delfin © Uwe Hildebrandt / www.pixelio.de
Delfin © Uwe Hildebrandt / http://www.pixelio.de

Müllstrudel: die Gullis weltweiter Wegwerfgesellschaft

Je leichter Plastikpartikel sind, umso tiefer wandern sie in die Tiefen der Ozeane. Kommen dann noch starke Meeresstrudel dazu, entstehen sogenannte Müllstrudel. Dabei treibt Müll jeder Art ständig um die vertikale Achse des Strudels. Wie Gullis saugen die  Meeresstrudel gewaltige Wassermengen in die Tiefe. 75 Prozent des gesamten Unrats, der in den Strudeln rotiert, besteht aus Kunststoffen. Sie senken sich dort zunächst bis auf ca. zehn Meter ab, um schließlich – immer kleiner zermahlen – weiter abzutauchen. Weltweit rotten sich Plastikteile als im Wasser treibende sogenannte Plastikinseln zusammen. So verfängt sich nach und nach immer mehr Unrat daran und die Plastikinsel wächst an.

Meeresflora und -fauna © Harald Schottner/ www.pixelio.de
Meeresflora und -fauna © Harald Schottner/ http://www.pixelio.de

Auf Satellitenbildern sind weltweit fünf „Müllstrudel“ deutlich erkennbar: sie kreisen im Nordatlantik zwischen Nord- und Südamerika, im Südatlantik westlich von Angola, im Nordpazifik zwischen Kanada und China, im Südpazifik zwischen Peru und Australien und im Indischen Ozean zwischen Afrika und Australien. Der Größte von allen ist der Nordpazifikstrudel, der Great Pacific Garbage Patch. Schätzungen zufolge hat er sich inzwischen über eine Fläche ausgebreitet, die ganz Mitteleuropa abdecken könnte. Unvorstellbar, wenn alle mitteleuropäischen Staaten mit Plastikmüll überspült wären. Amerikanische Wissenschaftler schätzen, dass sich die Plastikmüllmenge bis 2025 vervierfachen werde.

Unterwasserbild eines Korallenriffs © Wolfgang Resmer / www.pixelio.de
Unterwasserbild eines Korallenriffs © Wolfgang Resmer / http://www.pixelio.de

 

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Auf der Seite von PlasticsEurope (Association of Plastics Manufacturers) kommt der Verband der europäischen Kunststofferzeuger zu Wort. Er bietet eine Mediathek, aber auch Publikationen. So informiert die zweiseitige Publikation „Kunststoff: zum Wegwerfen viel zu schade“ über das wichtige Thema Plastikrecycling. Sie steht zum kostenlosen Download im pdf-Format bereit.

Download des BUND-Einkaufsratgebers zum Thema Mikroplastik (pdf-Format)

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. stellt fest: „Deutschland ist Abfall-Europameister.“ Der Verein forciert den Ressourcenschutz in Supermärkten und Drogerien.

© Paul Bock


 

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