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Plastikmüll – das Vermächtnis unserer Wegwerfgesellschaften
Plastikmüllberge rund um den Globus

Aktuelle Schätzungen zeigen, dass im Jahr 2015 weltweit bis zu 9 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle ihren Weg in die Meere gefunden haben. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Zahl sogar auf 12 Millionen Tonnen im Jahr steigen werde. Von allen weltweit hergestellten Kunststoffartikeln landen 6 bis 10 Prozent im Meer. Nach Angaben der Fachzeitschrift Science wird die Plastikmüllmenge in den Meeren in den nächsten 10 Jahren wohl um 400 Prozent zunehmen. Bis heute haben sich bereits 75 Millionen Tonnen Kunststoffmüll in den Ozeanen angesammelt. Und die Produkte unserer verantwortungslosen Wegwerfgesellschaft belasten nachhaltig natürliche Lebensräume artenreicher Meerespflanzen und –tiere.

Plastik- und Restmüll in freier Natur © oekobeobachter

Abfalltonne am Parkplatz quillt über mit Plastik- und Restmüll © oekobeobachter

Deutschland und Europa machen keine Ausnahme

Kunststoffe sind – wie der Name sagt – künstlich hergestellte Stoffe. Daher fügen sie sich nicht in natürliche Kreisläufe ein. Sie sind gar nicht oder nur ganz schwer biologisch abbaubar. Als Fremdkörper bringen sie im schlimmsten Fall sogar Tod und Verderben, wie die Schicksale der Eissturmvögel und Sturmtaucher deutlich zeigen. Die Plastikmüllberge türmen sich auf schwindelnde Höhen.

Sturmvogel © Sibylle Hardt / www.pixelio.de

Sturmvogel kreist über dem Meer © Sibylle Hardt / http://www.pixelio.de

Plastikmüll-Rangliste: Spitzenreiter China

Natürlich erzeugen Weltwirtschaftsgiganten – wie die Volksrepublik China oder die Vereinigten Staaten von Amerika – sehr große Mengen Kunststoff und demzufolge auch riesige Mengen Plastikmüll. Am meisten Kunststoffmüll bringt die Volksrepublik China ins Meer ein: jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen. Ihre Abfälle landen im Pazifik, in dem starke Meeresströmungen den Abfall fortspülen und verteilen. Die nächsten Plätze belegen Indonesien, die Philippinen, Vietnam und Sri Lanka. In der Rangliste entpuppt sich das umwelttechnisch gut aufgestellte Europa allerdings eher als Plastikmüllmuffel. Denn es hat 2015 mehr Kunststoffmüll hergestellt als die USA.

Plastikflaschen verrotten erst nach 450 Jahren

Nach Angaben der Umweltorganisation WWF dauert es 20 Jahre, bis Wind und Wetter zum Beispiel eine Plastiktüte vollständig vernichten. Dagegen wird eine heute ins Meer geworfene Plastikflasche erst im Jahr 2465 verschwunden sein.

zerdrückte Plastikflasche © Paul Bock

zerdrückte Plastikflasche © Paul Bock

Im breiten Spektrum der Plastikabfälle stehen Plastiktüten unter besonders kritischem Beschuss. Wie Greenpeace bereits in seinem Newsletter-Beitrag vom 28.4.2015 schreibt – werden „90 Prozent nach ihrem ersten Einsatz“ einfach weggeworfen. Oder sie landen in der freien Natur. Dass der Mensch auch mal einen Plastikbecher oder eine Folienverpackung in der Natur fallen und liegen lässt, gehört zu seiner gottgegebenen Unzulänglichkeit. Jeder aber, der seinen Plastikmüll – wie zum Beispiel auch Elektronik-, Bio- oder Restmüll – ordnungsgemäß in den dafür vorgesehenen Behältern entsorgt, wundert sich wohl mit Recht über diese Fahrlässigkeit. Immerhin steht das ressourcenschonende Abfall- und Recyclingsystem in Deutschland jedem problemlos zur Verfügung. Das Umweltbundesamt veröffentlicht regelmäßig Zahlen und Fakten zum Thema Kunststoffabfälle.

Weitere Seiten zum Thema:
Wenn Eissturmvögel, Sturmtaucher, Albatrosse und Pinguine Kunststoffe verschlucken
300 Millionen Tonnen Kunststoffprodukte werden im Jahr weltweit hergestellt
Mikroplastik dringt in jeden Organismus ein
Meere schlucken Kunststoffe und zermahlen sie
Müllstrudel und Plastikinseln verpesten die Weltmeere
Handlungskompass zum Plastikmüll für Entscheider und Verbraucher
Plastikvermeidung und -recycling setzen aktiven Umweltschutz voraus
Download der Publikation "Meer ohne Plastik" vom BUND im Pdf-Format
Petition auf change.org von Katharina: "Schluss mit dem Müll bei dm: Keine unnötigen 
Verpackungen & ressourcenvergeudende Produkte" 
Verein Plasticontrol e.V. informiert zum Thema Plastik in den Meeren. Kurze Videos zeigen 
die ernste Lage.
Auf der Seite von PlasticsEurope (Association of Plastics Manufacturers) kommt der Verband der 
europäischen Kunststofferzeuger  zu Wort. Er bietet eine Mediathek, aber auch Publikationen. So 
informiert die zweiseitige Publikation "Kunststoff: zum Wegwerfen viel zu schade" über das 
wichtige Thema Plastikrecycling. Sie steht zum kostenlosen Download im pdf-Format bereit.
Download des BUND-Einkaufsratgebers zum Thema Mikroplastik (pdf-Format)
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. stellt fest: "Deutschland ist Abfall-Europameister." Der Verein 
forciert den Ressourcenschutz in Supermärkten und Drogerien.

©Paul Bock

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