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Wenn Eissturmvögel, Sturmtaucher, Albatrosse und Pinguine Kunststoffe verschlucken
Überall auf dem Globus finden sich Kunststoffe. Obwohl sich die Umweltbelastung dieser Stoffe inzwischen ganz
offen zeigt, steigen Kunststoffproduktion und -verbrauch weltweit stetig an. Besonders Meerestiere und 
-pflanzen leiden unter dem massiven Einsatz und dem verantwortungslosen Umgang mit Plastik. An Stränden 
und in den Ozeanen sammelt sich Müll jeder Art an. 75 Prozent davon sind Plastikabfälle. Der Mensch versucht, 
Lösungen zu entwickeln. Doch Natur und Umwelt bleiben allzuoft die Verlierer.
Eissturmvögel verhungern mit vollem Magen 

Eissturmvögel brüten nur einmal im Jahr ein einziges Ei aus. Nach 52 Tagen schlüpft das Junge. Dann füttern es die Eltern Tag für Tag mit Krill, Krebsen oder Fischen. Häufig jedoch fischen sie dabei auch Plastikteilchen heraus, die im Meer dümpeln. Diese verwechseln sie ganz leicht mit Nahrung. So nehmen sie selbst und natürlich ihr Jungvogel täglich unverdaubares Plastikmaterial auf. Auf diese Weise verletzen sie ihre nur pflaumengroßen Mägen, und ihre dünnen Därme verstopfen. Eine weitere Nahrungsaufnahme bleibt ihnen daher verwehrt. Sie verhungern mit vollem Magen und verenden.

Sturmvogel © Sibylle Hardt / www.pixelio.de

Sturmvogel kreist über dem Meer © Sibylle Hardt / http://www.pixelio.de

 

Helgoländer Eissturmvögel verenden mit bis zu 20 Gramm Kunststoff im Darm

Eissturmvögel leben und brüten auch auf der Nordseeinsel Helgoland. Dort haben wissenschaftliche Untersuchungen der letzten zehn Jahre ergeben, dass sich in den Därmen der toten Seevögel durchschnittlich bis zu 0,3 Gramm an Kunststoffteilchen ansammeln. Die Meeresvögel verfügen über eine Flügelspannweite von bis zu 110 Zentimetern und fischen auf hoher See. Daher lassen sich keine Rückschlüsse über die genaue Plastikmüllmenge im Nordseewasser ziehen.

Albatrosse © Margit Jacob / www.pixelio.de

Albatrosse © Margit Jacob / http://www.pixelio.de

Der Biologe Nils Guse (Forschungs- und Technologiezentrum Westküste, Schleswig-Holstein) berichtet, dass  manche Eissturmvögel sogar bis zu 20 Gramm Kunststoff im Darm haben, wenn er sie am Nordseestrand tot einsammelt. Bei der Analyse des Magen- und Darminhalts der verendeten Tiere stößt er auf Hartplastiksplitter, Plastikfolien, Styroporteilchen, Strohhalme und Plastikdrehverschlüsse.

Auch Sturmtaucher, Pinguine oder Albatrosse leiden unter Kunststoffabfällen

Wie die Umweltorganisation und –stiftung WWF berichtet, nehmen zum Beispiel auch Sturmtaucher, Albatrosse oder Pinguine regelmäßig Plastikbestandteile bei ihrer Nahrungssuche auf. Bis 2050 sollen 99 Prozent aller Meeresvögel an unserem Kunststoff leiden. Auch beim Nestbau verwenden Vögel widerstandsfähige Plastikfasern oder leichte Plastiksplitter, die sie überall in ihrem Umfeld finden. Dabei verfangen sie sich manchmal so unglücklich, dass sie langsam im Todeskampf verhungern.

Pinguine © Christian Heinze / www.pixelio.de

Pinguine © Christian Heinze / http://www.pixelio.de

An den Folgen unsachgemäß entsorgten Kunststoffs verenden weltweit jährlich mehr als 100.000 Meeressäuger und ca. 1.000.000 Vögel. Das berichtet der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) Im Rundschreiben vom 27.Mai 2016 schildert die Umweltorganisation den Obduktionsfund eines toten Pottwals. Er war mit 18 Kilogramm Plastikmüll im Bauch an der Küste Südspaniens gestrandet. „Neun Meter Kunststoffleine, 4,5 Meter Schlauch, 30 Quadratmeter Plastikplane sowie zwei Plastikblumentöpfe hatten seinen Magen zerrissen.“

Pottwal taucht © Christian Nesslinger / www.pixelio.de

Pottwal taucht © Christian Nesslinger / http://www.pixelio.de

Weitere Seiten zum Thema:
300 Millionen Tonnen Kunststoffprodukte werden im Jahr weltweit hergestellt
Plastikmüll - das Vermächtnis unserer Wegwerfgesellschaften
Mikroplastik dringt in jeden Organismus ein
Meere schlucken Kunststoffe und zermahlen sie
Müllstrudel und Plastikinseln verpesten die Weltmeere
Handlungskompass zum Plastikmüll für Entscheider und Verbraucher
Plastikvermeidung und -recycling setzen aktiven Umweltschutz voraus
Download der Publikation "Meer ohne Plastik" vom BUND im Pdf-Format
Petition auf change.org von Katharina: "Schluss mit dem Müll bei dm: Keine unnötigen 
Verpackungen & ressourcenvergeudende Produkte" 
Verein Plasticontrol e.V. informiert zum Thema Plastik in den Meeren. Kurze Videos zeigen 
die ernste Lage.
Auf der Seite von PlasticsEurope (Association of Plastics Manufacturers) kommt der Verband der 
europäischen Kunststofferzeuger  zu Wort. Er bietet eine Mediathek, aber auch Publikationen. So 
informiert die zweiseitige Publikation "Kunststoff: zum Wegwerfen viel zu schade" über das 
wichtige Thema Plastikrecycling. Sie steht zum kostenlosen Download im pdf-Format bereit.
Download des BUND-Einkaufsratgebers zum Thema Mikroplastik (pdf-Format)
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. stellt fest: "Deutschland ist Abfall-Europameister." Der Verein 
forciert den Ressourcenschutz in Supermärkten und Drogerien.

© Paul Bock

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